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Reunion im Februar 2007

 

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Die Ile de la Réunion  "Insel der Zusammenkunft" ist eine zu Frankreich gehörende Insel im Indischen Ozean, die politisch gesehen ein französisches Überseedépartement ist.

 

Sie liegt etwa 800 km östlich von Madagaskar und 200 km westlich von Mauritius. Sie hat eine Fläche von 2515 Quadratkilometer; der Durchmesser der fast ovalen Insel liegt zwischen 50 und 70 Kilometer. Vergleichbar mit der Größe des Saarlandes.

 

Es ist eine sehr junge Insel. Entstanden vor ca. 2 Millionen Jahre durch den Ausbruch des Vulkans Piton des Neiges (3069 m), der dem indischen Ozean entstieg. Ein weiterer Vulkan, der Piton de la Fournaise ist noch aktiv und bricht regelmäßig alle 2 Jahre aus. Die Lava fließt zum Glück nur in eine unbesiedelte Richtung ab und bedroht damit nicht die Bevölkerung.

 

Im Inneren befinden sich außerdem drei beeindruckende Talkessel, die Cirques de Salazie, Cilaos und Mafate. Letztere ist nur zu Fuß (6 Stunden Marsch) oder mit dem Hubschrauber zu erreichen.

 

Im Gegensatz zu Mauritius ist La Réunion keine Badeinsel. Es gibt nicht viele Strände, die zum Baden einladen. Die  schönsten Stände sind bei Boucan Canot, St. Gilles les Bains und L´Hermitage les Bains. Hier findet man auch den meisten Tourismus. La Réunion ist ein Paradies für Wanderer. 

 

Die Bevölkerung ist bunt gemischt: Afrikaner, Madegassen, Inder, Asiaten, Muslime und Franzosen, deren Abkömmlinge als Créoles bezeichnet werden, die das Inselchen heute bewohnen. Und alle leben friedlich nebenher mit ihren unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen.  Wo gibt es das heute noch ?

 

Das Klima ist suptropisch-sommerfeucht. Die Regenzeit ist zwischen Dezember und März. Im Januar und Februar besteht auch die Gefahr von Zyklonen, hier besser bekannt als Hurrikanes.

Der Osten ist das regenreichste Gebiet der Welt, während der Westen die meisten Sonnentage der Welt hat.  Und dazwischen gibt es ganz viele andere Mikroklimen.

 

Wir haben einen der schlimmsten Zyklone miterleben dürfen. Zyklon "Gamede" hat uns zwei Tage Ausgangssperre gekostet und den südlichen Teil der Insel tagelang von der Außenwelt abgeschnitten - ohne Wasser und Strom. In drei Tagen sind 3,90 Meter Regen je Qm geflossen - Weltrekord.  Aber dazu später ...

 

Es gibt nicht viele Reiseführer von der Insel. Viele gibt es in Kombination mit der Insel Mauritius. Es gibt nach unseren Recherchen nur einen: den Reiseführer Reunion von Dumont-Verlag. Den kann ich auch empfehlen. Darin enthalten ist auch eine Straßenkarte. Wer viel rumfährt, sollte sich vor Ort eine Michelinkarte mit kleinem Maßstab besorgen. Kostet nicht viel; zahlt sich aber aus.

Wir hatten den Wanderführer vom Rother-Verlag. Es gibt nicht viele kleine, kürzere Wanderungen und kaum Rundwanderwege. Also weniger geeignet für Freizeitwanderer, die mal ein-zwei Stündchen rumlaufen wollen. Im Dumont-Reiseführer sind übrigens auch Wanderungen beschrieben.

 

 

Der Flug

Für knapp 1.000,- Euro pro Person sind wir von Düsseldorf mit Air France geflogen. In Düsseldorf haben wir beim Einchecken eine Busfahrtkarte erhalten für den Transfer vom internationalen Flughafen Charles de Gaulles zum Fughafen Orly, wo die Inlandsflüge starten - und dazu gehört auch Réunion. Dieser Bustransfer ist kostenlos; aber darauf muss man selber achten und das Flughafenpersonal gfls. darauf hinweisen.

Leider müssen wir auch das Gepäck selber transportieren - es wird nicht automatisch nach Orly befördert. Aber alles kein Problem.

 

Wir fliegen über Nacht, was die 11 Stunden Flugzeit gefühlsmäßig erheblich verkürzt. Auch wenn man wenig schläft, döst man immer wieder weg und die Zeit geht einfach schneller um. Der Service von Air France ist ausgezeichnet.  Leckeres Essen und zu jeder Zeit Getränke.

Die Zeitverschiebung beträgt nur 3 Stunden und wegen des Nachtfluges kommt auch kein Jetlag auf.

 

Unterkunft

Bei unseren Reisevorbereitungen haben wir uns damit beschäftigt, wo wir auf der Insel wohnen können und wollen. Da wir inmitten der Regenzeit fahren würden, war klar, dass wir auf der trockenen, also westliche Seite bleiben müssen. Damit bleibt nur der Streifen zwischen Boucan Canot/St. Gilles les bains bis St. Joseph.

 

Unsere beiden Unterkünfte während des 3-wöchigen Urlaubes haben wir uns im Internet rausgesucht.  Das erste Häuschen oberhalb von Boucan Canot liegt wunderschön auf einem kleinen grünen Hügel mit einem herrlichen Blick auf den Ort. Nur die Anfahrt ist gewöhnungsbedürftig.

 

Zuerst führt eine einspurige Straße abseits der Hauptstraße nach St. Gilles les Hautes hinter der Total-Tankstelle hinauf auf den Hügel. Die geteerte Straße endet bald am Sentier Vanille. Wir glauben hier am Ziel zu sein, denn in diesem Gelände liegen auch ein paar Unterkünfte. Man erklärt uns aber, dass wir noch höher müssen.

"Hast du eine Straße gesehen, die weiter hoch führt?" frage ich.

"Nein", Vera ist auch nichts aufgefallen.

 

Es gibt dann doch noch einen Feldweg, der steil und holprig hinauf führt. Er endet vor einem Privathaus, dass inmitten einer kleinen grünen Oase liegt, mit viel tropischem Grün und Palmen drum herum. Kein Schild, das uns sagt: hier sind wir richtig.

 

Elisabeth, die Hausherrin, begrüßt uns fragende Gesichter. Sie führt uns hinter ihr Haus auf ein kleines Grundstück, auf dem ein kleines sehr hübsches Holzhäuschen steht.  Unser Heim. Total hübsch und gemütlich mit großer Veranda, großem Garten und eigener Zufahrt.

 

Das Häuschen hat einen Wohnraum mit Küchenzeile, einem Badezimmer mit Dusche / WC, Waschmaschine und einem Schlafzimmer mit Klimaanlage. Die Küche ist mit allem, was man braucht, eingerichtet. 300,- Euro kostet die Woche - wir haben für 2 Wochen gebucht.

 

Neben diesem Holzhaus für 2 Personen hat Elisabeth noch eine größere Holzhütte (4 Personen) im Angebot, die auf der anderen Seite des Hügelgrundstückes liegt. Wir haben hier unser eigenes kleines Reich, uneinsehbar und sehr ruhig. 

 

 

 

Boucan Canot besteht aus einigen Hotels und Apartments, einer kleinen Promenade mit Restaurants, Bars und einem Kiosk und einem schönen langen Sandstrand. Die Preise sind recht happig - vergleichbar mit Pariser Preise bzw. Frankreich mit Inselaufschlag.  Für ein großes Glas Citron pressé zahlt man 3,50 Euro.

 

St. Gilles les Bains ist der Hauptort der Gegend. Neben einem kleinen Fischerhafen gibt es einen Stadtstrand und parallel zum Meer genügend Restaurants und Bars.

Nach dem Zyklon war der Strand weg. Aber ich denke, dass die den Sand wieder hinschütten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entlang der kleinen Hauptstraße kauft man ein.

Supermarkt, Bekleidung, Bäcker, Metzger; man findet alles hier.

 

 

 

In der kleinen Markthalle bekommt man täglich Brot, Obst und Gemüse.  Mittwochs ist noch ein kleiner Kunsthandwerkermarkt angeschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkehr

Verkehrstechnisch ist die Insel das reinste Chaos. Die gut ausgebaute Küstenstraße führt einmal um die Insel und stellt damit die einzige Verbindung zwischen den wichtigsten Ortschaften dar, die allesamt an der Küste liegen. Es gibt praktisch keine Umgehungsstraßen. Das bedeutet, dass der ganze Verkehr über eine Straße rollt. Zu den Hauptverkehrszeiten bricht diese Straße aus allen Nähten. Es gibt immer Stau - Tag für Tag.

Will man den vermeiden muss man seine Touren gut planen. In der Woche sollte man entweder vor 7.30 oder nach 10.00 h starten. Die Wochenenden sind die einzige Zeit, in der man diese Straße auch ohne Stau erleben kann. Wir haben in den 3 Wochen sehr häufig in einer Wagenkolonne gestanden.

 

Ausgehend von St. Gilles in nördlicher Richtung ist der erste Stau bereits bei Auffahrt auf die Hauptstraße und dann wieder vor St. Paul. Hat man diese überwunden und die teuerste Autobahn der Welt erreicht, geht es meist staufrei bis zum Orteingang von St. Denis. Die Inselhauptstadt St. Denis bricht immer aus allen Nähten. Hier kommt man ohne Verkehrschaos und Geduld kaum durch.

Will man sich nicht durch die winzigen Citygassen nach einem freien Parkplatz quälen, empfiehlt sich ein kostenfreier Parkplatz am Hafen. Es sind nur 10 Minuten bis zur Fußgängerzone.

 

Die teuerste Autobahn der Welt geht von St. Denis nach La Possesion, die sog. Route du Littoral. Sie ist deshalb die Teuerste, weil sie über dem Meer gebaut ist. Auf der einen Seite eine senkrechte Felsküste und auf der anderen der tosende Ozean. Regelmäßig ist diese Autobahn gesperrt, weil irgendetwas repariert werden muss oder das Meer die Fahrbahnen überspült.

Dann muss man die 30 km lange Nebenstrecke fahren, die kurvenreich und zeitintensiv über einen Berg geführt wird.

Eigentlich ist diese Strecke sehr schön und man sollte sie zumindest einmal gefahren sein. Aber nur, wenn die Autobahn frei ist. Während des Zyklons (die Autobahn war eine Woche lang gesperrt) haben alle Fahrzeuge diese Nebenstrecke benutzen müssen und für die 30 km hat man 6 Stunden gebraucht. Dazu kamen noch überspülte Straßen und Behinderungen durch entwurzelte Bäume etc.

 

Frankreich baut derzeit eine Verlängerung der Autobahn. Die Arbeiten konnten wir bei St. Paul erleben. Diese soll bei Fertigstellung alle Ortschaften an der Westküste umgehen und 4-spurig sein. Damit würde die Verkehrssituation erheblich entlastet. Und wir würden diese Insel erst wieder besuchen, wenn diese Autobahn fertig ist.  Uns ging das Verkehrschaos ziemlich auf die Nerven.

 

 

 

Cirque de Mafate

ist eine der drei Talkessel und der Einzige, der nur zu Fuß oder per Hubschrauber zu erreichen ist. 6 Stunden Fußmarsch in den Cirque war uns bei Temperaturen von 35 Grad zu anstrengend. Diese Tour kann man dann auch nur mit einer Zwischenübernachtung im Talkessel machen.

 

Den ersten Eindruck bekommt man vom Aussichtspunkt am Piton Maido auf 2190 m, den man über St.Gilles les Hautes mit dem Auto erreichen kann.

 

Wichtig ist, dass man das Ziel nicht nach 8.00 h erreicht; denn dann hat sich über

 dem Talkessel durch die aufgehende Sonne schon so viel Verdunstungsnebel gebildet, dass man nichts mehr sehen kann.

Wir haben Glück und können eine halbe Stunde lang die unglaublich schöne wilde Natur bestaunen, die  uns der Cirque de Mafate bietet.

 

 

 

 

 

 

Einen ebensolchen Blick genießt man vom Cap Noir. Eine kleine Rundwanderung bietet sich hier an. Hinter St. Paul in Richtung St. Denis nehmen wir die erste Abfahrt nach der Überquerung des Riviere des Galets, der meistens nur ein kleiner Rinnsal ist. Das Flussbett allerdings ist etwa 50 Meter breit und mit dicken Felsbrocken übersät. Nach dem Zyklon wussten wir warum.

Wir fahren hoch über die D 1 bis zum Ort Dos D´Ane. Hier findet man viel Gemüse- und Obstanpflanzungen und Treibhäuser. Am Ortsende müssen wir den Chemin de Cap Noir bis zum Ende nehmen, wo sich ein Parkplatz und ein Verkaufswagen befindet. Wir sind auf etwa 1100 m. An der Gabelung nehmen wir den Weg rechts, wie im Roter Wanderführer beschrieben. Er geht am steilen Berghang entlang. Unter uns eine senkrechte grüne Wand, hunderte Meter tief.

 

 

Wir treffen nach gut 15 Minuten auf eine Aussichtsplattform, dem Kiosque du Cap Noir. Dieser bietet eine Informationstafel und den überwältigenden Blick in den Cirque de Mafate. Wir haben Glück mit der Sicht. Der gestrige Regen hat alles rein gewaschen und es ist wolkenlos - sogar im Kessel und um diese Zeit. Es ist schon 11.00 h. Eigentlich müsste bereits alles schon in Wolken liegen.

 

 

 

Der kleine Rundweg ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Bis auf eine Kletterpartie ist der Weg gut begehbar.

 

 

 

 

Ich bin immer noch

überwältig von dieser

Natur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cirque de Salazie

 

 

In den Cirque de Salazie kommt man von Saint André aus. Es führt lediglich eine gut ausgebaute Straße hinein.

Wie alles was ins Landesinnere geht, wird es schnell bergig, die Straße kurvig und schluchtig. Auf beiden Seiten gehen fast senkrecht üppig begrüne Felshänge hunderte von Metern hinauf. Neben dem üppigen Grün sind unzählige Wasserfälle zu sehen. Wir haben noch nie so viel grüne Natur und so viele Wasserfälle gesehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fahren bis zum Ende der Straße in den Ort  Hell Bourg,

der auf 900 Metern liegt. Die Häuser sind alle typisch kreolisch

und hübsch anzuschauen.

 

 

 

Um den Cirque de Salazie von oben zu bestaunen, muss man eine mehrstündige Wanderung in Kauf nehmen und viele Höhenmeter hinauf an den Rand des Cirques hinter sich bringen.

Man kann auber auch den Cirque auf vielen kleineren und kurvenreichen Straßen mit dem Auto erkunden. Hier und da hat man einen schönen Panoramablick. Aber für eine Autofahrt muss man auch viel Zeit einplanen. 

 

 

 

 

 

 

Cirque de Cilaos

 

Leider konnten wir nur einen kleinen Einblick in diesen Cirque bekommen. Und das auch nur von oben und bei mittelmäßiger Sicht. Das Wetter hat leider nicht mitgespielt. Der Zyklon hatte zuvor die einzige Zufahrt nach Cilaos unbefahrbar gemacht. Eine Woche lang - bis zu unserem Abflug- war da kein reinkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg zum Aussichtspunkt vom Zyklon gezeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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