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Unser Weg führt uns östlich nach
Nerja, dem ersten schönen Ort der Costa del Sol. Hier waren wir
schon mal vor ein paar Jahren und es hat uns gut gefallen, zumal die
Unterkunft prima war.
Die Küste westlich von Nerja hinunter
bis Gibraltar kann man vergessen. Sie ist zugebaut mit
Touristenblockos und sieht einfach Scheiße aus. Man hat versucht,
soviel wie möglich Touristen unterzubringen und hat entsprechend eng
und hoch gebaut.
Am östlichen Ortsausgang geht es hinter
dem Supermarkt SuperSol links hinauf in die Urbanisation "Capistr ano
Village". Nach etwa 50 m liegen die 3 bis 4 Vermietungsbüros.
Die Urbanisation ist ziemlich groß und die meisten Apartments
gehören Privatleuten (meist Engländern) und diese werden von den
Büros verwaltet.
Wir gehen zielstrebig in das Büro "Nerja
Vilas" und wie es der Zufall so will, erhalten wir genau das
Apartment, in dem Vera vor 18 Monaten wohnte und von dem sie so
begeistert war. Wir hatten also auch die Absicht, dieses
Apartment Nr. 8 im Wohnbereich "Las Jacarandas" anzumieten und
sind deshalb in das selbe Büro gegangen.
40,- Euro zahlen wir pro Tag für die
Wohnung, die zwar nicht besonders geschmackvoll möbliert ist, aber
sehr gut ausgestattet. Von Espresso- und Kaffeemaschine
über Toaster und Mikrowelle bis hin zum Bügeleisen und TV-Gerät ist
alles da.

Las Jacarandas ist ein kleiner
Gebäudekomplex mit einigen Wohnungen im oberen Bereich der
Urbanisation. Unser Apartment ist unterm Dach mit einer sehr
großzügigen Dachterasse und einem wahnsinnigen Blick auf Nerja, die
Küste und die Berge. Einfach toll !

Die City Nerjas ist im östlichen
Teil und im Bereich des Balkon de Europa mehr dem Tourismus
zuträglich mit den entsprechenden Geschäften, Restaurant und Bars.
Im westlichen Teil kaufen die Einheimischen ein und in den dortigen
Cafes sind die Preise moderat. Für einen Kaffee und einen Kakao
(sehr lecker) zahlen wir 2,20 Euro.
Die Küste Nerjas teilt sich auch in
mehrere Bereiche. Im östlichen Teil liegt der größte Strand "Playa
Burriana", der etwa 1 km lang ist. Von hier hat man einen tollen
Blick über die weißen Apartmentanlagen bis in die Berge.
Vor einigen Jahren konnte man von hier
aus noch an der felsigen Küste über Holzwege und -stege in Richtung
Westen, zum Balkon de Europa, gehen. Dieser Weg ist allerdings
versperrt. Und so wie es aussieht auch für immer. Wir schätzen, dass
Unwetter in den Wintermonaten die Holzbauten zerstört haben oder die
darüber liegende Felswand nicht mehr sicher ist.
Am Balkon de Europa gibt es noch einen
winzigen Strand mit einem buntern Häuschen, dass an und in die
Felsen gebaut ist und in jedem Reiseführer abgebildet wird. Dann
gibt es noch im Westen einen Strand, dort wo die Einheimischen
wohnen.
Im Hinterland Nerjas erhebt sich der
Gebirgszug der Sierra de Almijarra. Viele der Gipfel sind um die
2000 Meter hoch
und
jetzt noch schneebedeckt. Hier, 6 km von Verja entfernt, liegt eines
der schönsten
Dörfer Andalusiens: Frigiliana. Es liegt an den Hängen
der Sierra de Almijarra und ist wegen seiner Architektur und der
Kunsthandwerksläden ein beliebtes Ausflugsziel. Die Anlage des alten
Ortskerns, ein Labyrinth winkliger Sträßchen, Treppenwege und
Sackgassen, geht noch auf maurische Zeit zurück. Perfekt
restauriert, die blendenweiß verputzen Fassaden oft mit Topfpflanzen
geschmückt, wurde die rund 300 Meter hoch gelegene Siedlung mehrfach
bei Wettbewerben des Mottos "Unser Dorf soll schöner werden"
ausgezeichnet.
Ein Besuch lohnt wirklich. Zu empfehlen
ist auch der kleine Aufstieg über das Dorf auf eine kleine Ebene, wo
einst ein Castell stand. Man kann von hier nicht nur über die Dächer
bis zur Küste blicken, sondern auch über die Gebirgswelt. Der Weg
ist leider
nicht
gekennzeichnet und Vera entdeckte ihn per Zufall. Von einer
der oberen Gassen, man passiert ein Straßencafe an denen die Tische
mit strohbedeckten
Sonnenschirmen überdacht sind. Dann geht es ein wenig hinab und es
kommt ein Pfad links hinein. Man denkt, dass dieser an dem
Restaurant endet, das hier in exzellenter Lage am Hang klebt. Aber
der Weg geht noch weiter und windet sich dann langsam hinauf und
passiert immer wieder einige Häuser. Eines dieser Häuser scheint
einem Künstler zu gehören, denn in dessen Garten, durch den auch wir
gehen, stehen Skulpturen und auch mal ein Hinweisschild, das zum
Castell führt.
Hier kann man auch Wandern bis der Arzt
kommt. Die Wanderwege sind alle markiert. Wir haben eine 8 km lange
Wanderung gemacht, die wir aus einem Wanderführer ausgesucht haben,
den wir in unserer Bücherei ausgeliehen haben.
Wer die Küste Richtung Osten nicht
kennt, sollte sie zumindest einmal durchfahren sein. Sie ist
wirklich sehenswert. Der Grund, warum der Küstenstreifen ab Nerja
nicht mehr zugebaut ist, liegt daran, dass es hier ziemlich hügelig
wird und die Straße kurvenreich. Momentan bzw. wohl schon seit
Jahren wird eine Autobahn entlang der Küste gebaut, die die stark
befahrene Küstenstraße entlasten soll. Das kann man gut
nachvollziehen, doch dieser Autobahnbau hat es in sich. Es müssen
alle paar Meter ein Tunnel oder eine Brücke gebaut werden.

Umgeben von ungemein fruchtbarer
Landschaft, in der ausgedehnte Zuckerrohrfelder das Bild bestimmen,
ist das hübsche Städtchen Salobrena gewissermaßen
dreigeteilt. Die weiß gekalkten Häuser des Ortskerns gruppieren sich
auf einem etwa einem Kilometer landeinwärts liegenden Felsklotz, der
von einem maurischen Kastell gekrönt wird. Unterhalb des Hügels
erstreckt sich die wenig schöne Neustadt aus Wohnblocks. Gleiches
gilt für die Urbanisation am Strand, die inmitten saftig grüner
Felder liegt und sich in den letzten Jahren gewaltig ausgedehnt hat.
Es ist der beliebteste Badeort der Einwohner Granadas. An
Wochenenden und im Sommer herrscht dementsprechender Andrang.
Das Zuckerrohr wird übrigens für die
Destillation von Rum benötigt. Nur noch eine Fabrik für Rohrzucker
steht hier; es ist die einzige ihrer Art in Europa.
Es lohnt ein Schlendern durch den alten
Ortskern mit dem Kastell Arabe. Das Kastell kostet leider Eintritt
und wir verzichten auf die Besichtigung.
Die Küstenstraße wird immer
kurvenreicher und felsiger. Die Ortschaften, die wir nun
durchfahren, sind zwar auch auf den Tourismus eingestellt, werden
aber von der Landwirtschaft geprägt. Jeder freie Fleck ist mit
Gewächshäusern belegt, die mit Plastikplanen überzogen sind. Das
Land sieht aus, als lebe es unter einer Plane. Costa de la Plastik
würde dazu gut passen, denn schön sieht das nicht aus. Wir kommen
heute nur bis La Rabita, einem verschlafenen Nest am Rande
der Küstenstraße. Hier versucht man offensichtlich, Touristen
anzulocken, in dem man eine nette Promenade gestaltet hat. Aber der
Ort hat keinen Charme.

Wer Granada
besucht, sollte die berühmte Alhambra nicht auslassen. Dafür
braucht man schon fast einen Tag, es sei denn, man hat die Karten
für den Königspalast vorbestellt (!!!) und muss somit nicht
stundenlang warten.
Wir haben es allerdings gewagt, die
Alhambra auszulassen, denn wir hatten sie schon 2001 besucht. Damals
fehlte uns die Zeit für eine Stadtbesichtigung, die heute auf dem
Programm stand.
Lohnend ist auf jeden Fall das alte
Viertel Albaicin, das der Alhambra gegenüber liegt. Von hier hat
man den unglaublichen Blick auf die Festung und die Sierra Nevada
mit ihrem 3483 m hohen Mulharcen.
Es gibt unglaublich viele Bettler/innen
in dieser Stadt. Armut ist offensichtlich ein großen Problem. An der
berühmten Kathedrale Santa Maria de la Encamacion und der Capilla
Real stehen Zigeunerinnen, die Gitanes, die hier Nelken oder
Rosmarinsträußchen scheinbar zum Geschenk anbieten. Wer zugreift,
hat schon verloren und muss löhnen - und sollte dabei gut auf seine
Barschaft aufpassen. Bettler oder Straßenmusikanten stehen an jeder
Ecke. Man sieht auch viele, die betrunken und zugekifft sind.

Die City ist bunt und bietet ziemlich
viele schöne Ecke. Fehlen sollte auch auf keinen Fall ein heißer
Kakao mit Churros in einer "echten" Chocolateria. Wir waren auf der
Plaza Bib-Rambla, wo zwei dieser alten Chocolaterias zu finden sind.
Empfehlenswert ist eine Fahrt zurück zur
Küste über die A 7106, die bei Otivar beginnt und in Almunecar
endet. Eine unglaublich schöne Strecke. Von hügeliger Landwirtschaft
bis hin zu schroffen, kargen Felsformationen und tiefen Schluchten.
La Alpujarra granadina bildet den
zur Provinz Granada zählende Teil einer von tiefen Tälern
durchschnittenen, weitgehend ursprünglich gebliebenen Gebirgsregion
südlich des Hauptkamms der Sierra Nevada. Fantastische
Landschaftsbilder, herrliche Wandermöglichkeiten. Die Alpujarra Dörf er
zeigen den maurischen Einfluss noch heute. Die kubenförmigen,
niedrigen Häuser mit ihren oft fast meterdicken Mauern entsprechen
einem Baustil, den man auch im hohen Atlas in Marokko begegnen kann.
Innen wie außen weiß verputzt, sind sie aus den Materialien der
Region errichtet: Stein, Lehm und Kastanienholz.
Wir beginnen unsere Wanderung in dem
1240 m hoch gelegenen Dorf Pitres. Es geht gleich 400 m hinab
über die kleinen Dörfer Mecinilla und Fondales bis hinunter in eine
Schlucht, in der der Rio Trevelez sein Unwesen treibt. Dann geht es
steil hinauf durch die Ortschaften Ferreirola und Atabeitar. Wir
kommen ganz schön ins schwitzen und sind froh, genug Wasser dabei zu
haben. Denn in den Ortschaften haben wir nicht eine Bar oder
Restaurant gefunden. Nach gut 8 km sind wir mit schweren Beinen
zurück in Pitres. In dem Restaurant La Carretera, wo die Wanderung
auch beginnt, kehren wir ein und ich esse das "Menu del dia" für
7,50 Euro, das aus einer Fischsuppe, einem Salat, Pommes mit
Rindfleisch und einem Milchcafe besteht.

Wir machen noch eine kleiner Rundfahrt
über Trevelez, das von sich behauptet, der höchst gelegene
Ort Spaniens zu sein. Es liegt auf 1400 m und im hohen Schnee. Hier
wird ein berühmter, wohlschmeckender Schinken hergestellt, den ich
allerdings nicht probiere. Die Mahlzeit in Pitres hat mich satt
gemacht.
Eine tolle Rundreise, eine schöne
Wanderung und somit empfehlenswert.

Andalusien ist immer eine Reise wert.
Aber für uns ist der Küstenabschnitt von Gibraltar bis Nerja
uninteressant: zuviel Tourismus und zuviel Beton.
Und natürlich können wir auch die Costa
de la Luz empfehlen, wo es noch still und urtümlich zugeht. Auch
hierzu gibt es einen kleinen Reisebericht von mir. |