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 Costa de la Luz

 

Costa del Sol  / Andalusien   vom 01. bis 08. März 2005

 

Bereits ein halbes Jahr zuvor hatten wir einen Billigflug mit HLX ab Köln/Bonn nach Malaga online gebucht. Kosten komplett 180,- Euro für uns beide.

Außerderm haben wir vorher ein Auto für die Woche gebucht. Das empfiehlt sich, da einige Online-Autovermietungen preislich unschlagbar sind. Man muss das ausgewählte Fahrzeug online buchen und man bekommt eine Bestätigung per mail. Mit dieser Bestätigung holt man dann sein Auto bei der Agentur am Flughafen ab, bezahlt per Kreditkarte und alles läuft reibungslos. Wir hatten nie Probleme und die Autos waren neu und in gutem Zustand.

So haben wir auch immer den billigsten Kleinwagen ohne Extras, zweitürig, gebucht, aber niemals einen Kleinwagen bekommen, sondern meist eine, diesmal sogar zwei, Kategorien höher. Und das zum gleichen Preis. Wir haben uns bereits gefragt, ob die überhaupt Kleinwagen in ihrem Sortiment haben. Jedenfalls, uns war es durchaus recht.

So hat uns der Kleinwagen, der letztlich ein Fiat Stilo (= Golfklasse) war mit 4 Türen, Klimaanlage, Radio und ein Diesel, lediglich 95,- Euro gekostet. Das ist unschlagbar. Der hatte gerade 44.000 km gelaufen und war richtig zügig unterwegs. Nur äußerlich hatte er ein paar Beulen, die ich vor der Abfahrt fotografiert habe. Man weiß ja nie, aber deswegen haben wir hinterher niemals Probleme bekommen.

Buchungstipp: Man sucht am Besten unter den Flughäfen der jeweiligen Stadt die Autovermietungen heraus, die auch eine Vertretung vor Ort haben. Wir können in diesem Fall www.email-care-hire.com empfehlen. Damit hatten wir bereits auf Mallorca gute Erfahrungen gemacht.

Eine Unterkunft muss man nicht buchen; um diese Jahreszeit gibt es ausreichende Auswahl an freien Hotels und Apartments.

Unser Weg führt uns östlich nach Nerja, dem ersten schönen Ort der Costa del Sol. Hier waren wir schon mal vor ein paar Jahren und es hat uns gut gefallen, zumal die Unterkunft prima war.

Die Küste westlich von Nerja hinunter bis Gibraltar kann man vergessen. Sie ist zugebaut mit Touristenblockos und sieht einfach Scheiße aus. Man hat versucht, soviel wie möglich Touristen unterzubringen und hat entsprechend eng und hoch gebaut.

 

Am östlichen Ortsausgang geht es hinter dem Supermarkt SuperSol links hinauf in die Urbanisation "Capistrano Village". Nach etwa 50 m liegen die 3 bis 4 Vermietungsbüros. Die Urbanisation ist ziemlich groß und die meisten Apartments gehören Privatleuten (meist Engländern) und diese werden von den Büros verwaltet.

Wir gehen zielstrebig in das Büro "Nerja Vilas" und wie es der Zufall so will, erhalten wir genau das Apartment, in dem Vera vor 18 Monaten wohnte und von dem sie so begeistert war. Wir hatten also auch die Absicht, dieses Apartment Nr. 8 im Wohnbereich "Las Jacarandas" anzumieten und sind deshalb in das selbe Büro gegangen.

40,- Euro zahlen wir pro Tag für die Wohnung, die zwar nicht besonders geschmackvoll möbliert ist, aber sehr gut ausgestattet. Von Espresso-  und Kaffeemaschine  über Toaster und Mikrowelle bis hin zum Bügeleisen und TV-Gerät ist alles da.

 

Las Jacarandas ist ein kleiner Gebäudekomplex mit einigen Wohnungen im oberen Bereich der Urbanisation. Unser Apartment ist unterm Dach mit einer sehr großzügigen Dachterasse und einem wahnsinnigen Blick auf Nerja, die Küste und die Berge. Einfach toll !

 

Die City Nerjas ist im östlichen Teil und im Bereich des Balkon de Europa mehr dem Tourismus zuträglich mit den entsprechenden Geschäften, Restaurant und Bars. Im westlichen Teil kaufen die Einheimischen ein und in den dortigen Cafes sind die Preise moderat. Für einen Kaffee und einen Kakao (sehr lecker) zahlen wir 2,20 Euro.

 

Die Küste Nerjas teilt sich auch in mehrere Bereiche. Im östlichen Teil liegt der größte Strand "Playa Burriana", der etwa 1 km lang ist. Von hier hat man einen tollen Blick über die weißen Apartmentanlagen bis in die Berge.

Vor einigen Jahren konnte man von hier aus noch an der felsigen Küste über Holzwege und -stege in Richtung Westen, zum Balkon de Europa, gehen. Dieser Weg ist allerdings versperrt. Und so wie es aussieht auch für immer. Wir schätzen, dass Unwetter in den Wintermonaten die Holzbauten zerstört haben oder die darüber liegende Felswand nicht mehr sicher ist.

Am Balkon de Europa gibt es noch einen winzigen Strand mit einem buntern Häuschen, dass an und in die Felsen gebaut ist und in jedem Reiseführer abgebildet wird. Dann gibt es noch im Westen einen Strand, dort wo die Einheimischen wohnen.

 

Im Hinterland Nerjas erhebt sich der Gebirgszug der Sierra de Almijarra. Viele der Gipfel sind um die 2000 Meter hoch und jetzt noch schneebedeckt. Hier, 6 km von Verja entfernt, liegt eines der schönsten Dörfer Andalusiens:  Frigiliana. Es liegt an den Hängen der Sierra de Almijarra und ist wegen seiner Architektur und der Kunsthandwerksläden ein beliebtes Ausflugsziel. Die Anlage des alten Ortskerns, ein Labyrinth winkliger Sträßchen, Treppenwege und Sackgassen, geht noch auf maurische Zeit zurück. Perfekt restauriert, die blendenweiß verputzen Fassaden oft mit Topfpflanzen geschmückt, wurde die rund 300 Meter hoch gelegene Siedlung mehrfach bei Wettbewerben des Mottos "Unser Dorf soll schöner werden" ausgezeichnet.

Ein Besuch lohnt wirklich. Zu empfehlen ist auch der kleine Aufstieg über das Dorf auf eine kleine Ebene, wo einst ein Castell stand. Man kann von hier nicht nur über die Dächer bis zur Küste blicken, sondern auch über die Gebirgswelt. Der Weg ist leider nicht gekennzeichnet und Vera entdeckte ihn per Zufall.  Von einer der oberen Gassen, man passiert ein Straßencafe an denen die Tische mit strohbedeckten Sonnenschirmen überdacht sind. Dann geht es ein wenig hinab und es kommt ein Pfad links hinein. Man denkt, dass dieser an dem Restaurant endet, das hier in exzellenter Lage am Hang klebt. Aber der Weg geht noch weiter und windet sich dann langsam hinauf und passiert immer wieder einige Häuser. Eines dieser Häuser scheint einem Künstler zu gehören, denn in dessen Garten, durch den auch wir gehen, stehen Skulpturen und auch mal ein Hinweisschild, das zum Castell führt.

 

Hier kann man auch Wandern bis der Arzt kommt. Die Wanderwege sind alle markiert. Wir haben eine 8 km lange Wanderung gemacht, die wir aus einem Wanderführer ausgesucht haben, den wir in unserer Bücherei ausgeliehen haben.

Wer die Küste Richtung Osten nicht kennt, sollte sie zumindest einmal durchfahren sein. Sie ist wirklich sehenswert. Der Grund, warum der Küstenstreifen ab Nerja nicht mehr zugebaut ist, liegt daran, dass es hier ziemlich hügelig wird und die Straße kurvenreich.  Momentan bzw. wohl schon seit Jahren wird eine Autobahn entlang der Küste gebaut, die die stark befahrene Küstenstraße entlasten soll. Das kann man gut nachvollziehen, doch dieser Autobahnbau hat es in sich. Es müssen alle paar Meter ein Tunnel oder eine Brücke gebaut werden.

 

Umgeben von ungemein fruchtbarer Landschaft, in der ausgedehnte Zuckerrohrfelder das Bild bestimmen, ist das hübsche Städtchen Salobrena gewissermaßen dreigeteilt. Die weiß gekalkten Häuser des Ortskerns gruppieren sich auf einem etwa einem Kilometer landeinwärts liegenden Felsklotz, der von einem maurischen Kastell gekrönt wird. Unterhalb des Hügels erstreckt sich die wenig schöne Neustadt aus Wohnblocks. Gleiches gilt für die Urbanisation am Strand, die inmitten saftig grüner Felder liegt und sich in den letzten Jahren gewaltig ausgedehnt hat. Es ist der beliebteste Badeort der Einwohner Granadas. An Wochenenden und im Sommer herrscht dementsprechender Andrang.

 

Das Zuckerrohr wird übrigens für die Destillation von Rum benötigt. Nur noch eine Fabrik für Rohrzucker steht hier; es ist die einzige ihrer Art in Europa.

 

Es lohnt ein Schlendern durch den alten Ortskern mit dem Kastell Arabe. Das Kastell kostet leider Eintritt und wir verzichten auf die Besichtigung.

 

Die Küstenstraße wird immer kurvenreicher und felsiger. Die Ortschaften, die wir nun durchfahren, sind zwar auch auf den Tourismus eingestellt, werden aber von der Landwirtschaft geprägt. Jeder freie Fleck ist mit Gewächshäusern belegt, die mit Plastikplanen überzogen sind. Das Land sieht aus, als lebe es unter einer Plane. Costa de la Plastik würde dazu gut passen, denn schön sieht das nicht aus. Wir kommen heute nur bis La Rabita, einem verschlafenen Nest am Rande der Küstenstraße. Hier versucht man offensichtlich, Touristen anzulocken, in dem man eine nette Promenade gestaltet hat. Aber der Ort hat keinen Charme.

 

Wer Granada besucht, sollte die berühmte Alhambra nicht auslassen. Dafür braucht man schon fast einen Tag, es sei denn, man hat die Karten für den Königspalast vorbestellt (!!!) und muss somit nicht stundenlang warten.

Wir haben es allerdings gewagt, die Alhambra auszulassen, denn wir hatten sie schon 2001 besucht. Damals fehlte uns die Zeit für eine Stadtbesichtigung, die heute auf dem Programm stand.

Lohnend ist auf jeden Fall das alte Viertel Albaicin, das der Alhambra gegenüber liegt. Von hier hat man den unglaublichen Blick auf die Festung und die Sierra Nevada mit ihrem 3483 m hohen Mulharcen.

 

Es gibt unglaublich viele Bettler/innen in dieser Stadt. Armut ist offensichtlich ein großen Problem. An der berühmten Kathedrale Santa Maria de la Encamacion und der Capilla Real stehen Zigeunerinnen, die Gitanes, die hier Nelken oder Rosmarinsträußchen scheinbar zum Geschenk anbieten. Wer zugreift, hat schon verloren und muss löhnen - und sollte dabei gut auf seine Barschaft aufpassen. Bettler oder Straßenmusikanten stehen an jeder Ecke. Man sieht auch viele, die betrunken und zugekifft sind.

 

Die City ist bunt und bietet ziemlich viele schöne Ecke. Fehlen sollte auch auf keinen Fall ein heißer Kakao mit Churros in einer "echten" Chocolateria. Wir waren auf der Plaza Bib-Rambla, wo zwei dieser alten Chocolaterias zu finden sind.

 

Empfehlenswert ist eine Fahrt zurück zur Küste über die A 7106, die bei Otivar beginnt und in Almunecar endet. Eine unglaublich schöne Strecke. Von hügeliger Landwirtschaft bis hin zu schroffen, kargen Felsformationen und tiefen Schluchten.

 

La Alpujarra granadina bildet den zur Provinz Granada zählende Teil einer von tiefen Tälern durchschnittenen, weitgehend ursprünglich gebliebenen Gebirgsregion südlich des Hauptkamms der Sierra Nevada. Fantastische Landschaftsbilder, herrliche Wandermöglichkeiten. Die Alpujarra Dörfer zeigen den maurischen Einfluss noch heute. Die kubenförmigen, niedrigen Häuser mit ihren oft fast meterdicken Mauern entsprechen einem Baustil, den man auch im hohen Atlas in Marokko begegnen kann. Innen wie außen weiß verputzt, sind sie aus den Materialien der Region errichtet: Stein, Lehm und Kastanienholz.

 

Wir beginnen unsere Wanderung in dem 1240 m hoch gelegenen Dorf Pitres. Es geht gleich 400 m hinab über die kleinen Dörfer Mecinilla und Fondales bis hinunter in eine Schlucht, in der der Rio Trevelez sein Unwesen treibt. Dann geht es steil hinauf durch die Ortschaften Ferreirola und Atabeitar. Wir kommen ganz schön ins schwitzen und sind froh, genug Wasser dabei zu haben. Denn in den Ortschaften haben wir nicht eine Bar oder Restaurant gefunden. Nach gut 8 km sind wir mit schweren Beinen zurück in Pitres. In dem Restaurant La Carretera, wo die Wanderung auch beginnt, kehren wir ein und ich esse das "Menu del dia" für 7,50 Euro, das aus einer Fischsuppe, einem Salat, Pommes mit Rindfleisch und einem Milchcafe besteht.

 

Wir machen noch eine kleiner Rundfahrt über Trevelez, das von sich behauptet, der höchst gelegene Ort Spaniens zu sein. Es liegt auf 1400 m und im hohen Schnee. Hier wird ein berühmter, wohlschmeckender Schinken hergestellt, den ich allerdings nicht probiere. Die Mahlzeit in Pitres hat mich satt gemacht.

Eine tolle Rundreise, eine schöne Wanderung und somit empfehlenswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andalusien ist immer eine Reise wert. Aber für uns ist der Küstenabschnitt von Gibraltar bis Nerja uninteressant: zuviel Tourismus und zuviel Beton.

 

Und natürlich können wir auch die Costa de la Luz empfehlen, wo es noch still und urtümlich zugeht. Auch hierzu gibt es einen kleinen Reisebericht von mir.