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Bevor wir in die Cevennen gereist sind,
haben wir einige Tage an der Küste in Le Greau du Roi (bei
Montpellier) verbracht, weil es am Gorges du Tarn geregnet hat.
Außerdem waren die Campingplätze gut belegt aufgrund des Feiertages
Christi Himmelfahrt und somit langen Wochenendes für die Franzosen.
Achtung: an Christi Himmelfahrt haben
fast alle Tankstellen (bis auf die an den Autobahnen) in Frankreich
geschlossen. Es gibt zwar die Möglichkeit, mit Kreditkarte zu
zahlen, aber die Automaten nehmen ausschließlich französische
Kreditkarten. Man sollte also rechtzeitig tanken.

Le Greau du Roi
ist ziemlich
touristisch. Es gibt am Ortsrand unzählige Campingplätze mit gutem
Standard. Auf dem ****CP
les Jardins de Tivoli gefällt uns sofort, denn die Stellplätze
sind großzügig parzelliert (ca. 80 qm) und jede Pazelle hat ein
eigenes kleines Waschhäuschen mit 2 Waschbecken, einem Klo und einer
Dusche. 22,- Euro zahlen wir pro Tag (komplett mit Strom). Das
finden wir okay!
Wir besuchen an einem wunderbar sonnigen
Tag den Ort
Saintes Maries de la Mere,
der einsam inmitten der Camargue liegt.
Der kleine Ort ist sehr hübsch, mit niedlichen bunten Häusern und
einer alten Kirche, auf dessen Dach man steigen kann und einen
tollen Panoramablick über die flache, wasserreiche Landschaft hat.
Wir wundern uns über die unglaublich
vielen Zigeuner hier. Schon Kilometer vor dem Ortseingang sieht man
sie campierend am Straßenrand. Wir erfahren dann, dass sie an diesem
Wochenende die schwarze Sarah, ihre Schutzpatronin, ins
Meer tragen. Dieses religiöse Fest findet
jedes Jahr statt und es
reisen tausende von Syntie und
Roma in diesen Ort, der aus allen Nähten platzt.
Aber auch das hat seinen Reiz, denn es
liegt dann eine ganz besondere
Stimmung über dem Ort, wenn die Zigeuner in den Kneipen hocken und
auf ihren Gitarren und Geigen musizieren.

Auch
Aigues Mortes, das nur 7 km
von Le Greau du Roi entfernt liegt, sollte man sich anschauen. Der
alte Kern ist noch umgeben von einer vollständig erhaltenen
Stadtmauer, die man für ein paar Euro begehen kann.
Zwischen einsamen Seen und Salzsalinen
der Camargue wirkt sie mit ihren Wehrmauern, 20 Türmen und 11
Stadttoren aus dem 13. Jh. wie eine Erscheinung des Mittelalters.
Wirklich schön anzusehen ist die Kirche
am zentralen Platz. Ihre außergewöhnlich bunten Fenstern bewirken
ein ganz besonders Licht in schlichten Inneren.

Die Cevennen
Nach 3 Nächten am Mittelmeer brechen wir
auf in den südöstlichen Teil der Cevennen, nach Anduze.
Wir können auch den vom ADAC
angepriesenen CP *** "l`arche", der etwa 3 km vom Ort
entfernt liegt, empfehlen. 14,20 € kostet er pro Tag. Die sanitären
Einrichtungen sind sehr gut und sauber. Die besten Plätze
unmittelbar am Fluss Gardon sind bereits belegt. Wir stellen uns in
die zweite Reihe. Ansonsten ist es hier überhaupt nicht voll.
 
Die Lage des CP ist auch sehr nett.
Der Fluss bildet hier große Becken und
man kann schwimmen. Aber Vorsicht:
das Wasser ist ziemlich frisch.

Die "Pforte der Cevennen" nennt sich
Anduze
gerne, das eingezwängt zwischen Berg und Fluss liegt. Die Atmosphäre
ist dennoch deutlich mediteran geprägt.
Das kleine Städtchen lohnt einen
Abstecher, denn die Altstadt ist nett und es gibt viele
Straßencafes. So hat sich dieser Ort seit ein paar Jahrzehnten zum
wichtigsten touristischen Zentrum am Südrand der Cevennen
entwickelt.
(Buchtipp: Reiseführer Michael Müller
Verlag "Südfrankreich" von Ralf Nestmeyer)
In der Nähe, eigentlich genau gegenüber
von unserem Campingplatz, liegt der einzige europäische Bambuswald
"La Bambouseraie de Prafrance". Das Areal ist 35 Hektar groß
und beherbergt 150 verschiedene Bambusarten aus Asien und Südamerika
sowie andere Pflanzen und Bäume.

Wir kaufen uns zwei Wanderkarten in
Anduze und entscheiden uns hier für eine kleinere Wanderung um
Thoiras, das etwa 12 km in Richtung Norden liegt.
Mit dem Roller fahren wir hin und die etwa 10 km Strecke durch
überwiegend Wald mit immer wieder kleinen Steigungen schaffen wir in
gut 2 1/2 Stunden.
Es ist ein schöner, abwechslungsreicher Weg; oft nur ein kleiner
steiniger Pfad und an wenigen Stellen ziemlich zugewachsen. Auch
winzige geteerte oder mit Schotter gewalzte Wege müssen wir entlang
gehen. Es ist uns keine Menschenseele begegnet. Toll.
Der Weg ist nicht immer gut
ausgezeichnet und ich bin mir auch nicht sicher, dass wir immer den
richtigen gegangen sind. Hauptsache ist, dass wir uns dank der Karte
nicht verlaufen konnten.
>> Herberge (gite) in Thoiras
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