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Cevennen (F) vom 20. Mai  bis 02. Juni 2004

 

1. Teil: von Greau du Roi bis Anduze

 

 

Bevor wir in die Cevennen gereist sind, haben wir einige Tage an der Küste  in Le Greau du Roi (bei Montpellier) verbracht, weil es am Gorges du Tarn geregnet hat. Außerdem waren die Campingplätze gut belegt aufgrund des Feiertages Christi Himmelfahrt und somit langen Wochenendes für die Franzosen.

Achtung: an Christi Himmelfahrt haben fast alle Tankstellen (bis auf die an den Autobahnen) in Frankreich geschlossen. Es gibt zwar die Möglichkeit, mit Kreditkarte zu zahlen, aber die Automaten nehmen ausschließlich französische Kreditkarten. Man sollte also rechtzeitig tanken.

 

 

 

Le Greau du Roi ist ziemlich touristisch. Es gibt am Ortsrand unzählige Campingplätze mit gutem Standard. Auf dem ****CP les Jardins de Tivoli gefällt uns sofort, denn die Stellplätze sind großzügig parzelliert (ca. 80 qm) und jede Pazelle hat ein eigenes kleines Waschhäuschen mit 2 Waschbecken, einem Klo und einer Dusche. 22,- Euro zahlen wir pro Tag (komplett mit Strom). Das finden wir okay!

 

 

Wir besuchen an einem wunderbar sonnigen Tag den Ort Saintes Maries de la Mere, der einsam inmitten der Camargue liegt. Der kleine Ort ist sehr hübsch, mit niedlichen bunten Häusern und einer alten Kirche, auf dessen Dach man steigen kann und einen tollen Panoramablick über die flache, wasserreiche Landschaft hat.

Wir wundern uns über die unglaublich vielen Zigeuner hier. Schon Kilometer vor dem Ortseingang sieht man sie campierend am Straßenrand. Wir erfahren dann, dass sie an diesem Wochenende die schwarze Sarah, ihre  Schutzpatronin, ins Meer tragen. Dieses religiöse Fest findet jedes Jahr statt und es reisen tausende von Syntie und Roma in diesen Ort, der aus allen Nähten platzt.

Aber auch das hat seinen Reiz, denn es liegt dann eine ganz besondere Stimmung über dem Ort, wenn die Zigeuner in den Kneipen hocken und auf ihren Gitarren und Geigen musizieren.

 

 

 

 

Auch Aigues Mortes, das nur 7 km von Le Greau du Roi entfernt liegt, sollte man sich anschauen. Der alte Kern ist noch umgeben von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer, die man für ein paar Euro begehen kann.

Zwischen einsamen Seen und Salzsalinen der Camargue wirkt sie mit ihren Wehrmauern, 20 Türmen und 11 Stadttoren aus dem 13. Jh. wie eine Erscheinung des Mittelalters.

Wirklich schön anzusehen ist die Kirche am zentralen Platz. Ihre außergewöhnlich bunten Fenstern bewirken ein ganz besonders Licht in schlichten Inneren.

 

 

 

 

 

 

Die Cevennen

 

 

 

 

 

 

 

Nach 3 Nächten am Mittelmeer brechen wir auf in den südöstlichen Teil der Cevennen, nach Anduze.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir können auch den vom ADAC angepriesenen CP *** "l`arche", der etwa 3 km vom Ort entfernt liegt, empfehlen. 14,20 € kostet er pro Tag. Die sanitären Einrichtungen sind sehr gut und sauber. Die besten Plätze unmittelbar am Fluss Gardon sind bereits belegt. Wir stellen uns in die zweite Reihe. Ansonsten ist es hier überhaupt nicht voll.

 

Die Lage des CP ist auch sehr nett.

Der Fluss bildet hier große Becken und man kann schwimmen. Aber Vorsicht:

das Wasser ist ziemlich frisch.

 

 

Die "Pforte der Cevennen" nennt sich Anduze gerne, das eingezwängt zwischen Berg und Fluss liegt. Die Atmosphäre ist dennoch deutlich mediteran geprägt.

Das kleine Städtchen lohnt einen Abstecher, denn die Altstadt ist nett und es gibt viele Straßencafes. So hat sich dieser Ort seit ein paar Jahrzehnten zum wichtigsten touristischen Zentrum am Südrand der Cevennen entwickelt.

 

(Buchtipp: Reiseführer Michael Müller Verlag "Südfrankreich" von Ralf Nestmeyer)

 

In der Nähe, eigentlich genau gegenüber von unserem Campingplatz, liegt der einzige europäische Bambuswald "La Bambouseraie de Prafrance". Das Areal ist 35 Hektar groß und beherbergt 150 verschiedene Bambusarten aus Asien und Südamerika sowie andere Pflanzen und Bäume.

 

 

 

 

Wir kaufen uns zwei Wanderkarten in Anduze und entscheiden uns hier für eine kleinere Wanderung um Thoiras, das etwa 12 km in Richtung Norden liegt.


Mit dem Roller fahren wir hin und die etwa 10 km Strecke durch überwiegend Wald mit immer wieder kleinen Steigungen schaffen wir in gut 2 1/2 Stunden.


Es ist ein schöner, abwechslungsreicher Weg; oft nur ein kleiner steiniger Pfad und an wenigen Stellen ziemlich zugewachsen. Auch winzige geteerte oder mit Schotter gewalzte Wege müssen wir entlang gehen. Es ist uns keine Menschenseele begegnet. Toll.

 

Der Weg ist nicht immer gut ausgezeichnet und ich bin mir auch nicht sicher, dass wir immer den richtigen gegangen sind. Hauptsache ist, dass wir uns dank der Karte nicht verlaufen konnten.

 

>> Herberge (gite) in Thoiras

 

 

>> zum 2. Teil: Meyrueis + Gorges du Tarn

>> zum 3. Teil: die Ardeche und ein wenig Provence