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Korsika la "beau", die schönste Insel des
Mittelmeers
im September 2001
Wer Korsika
nicht kennt, der hat wirklich was versäumt. Diese Insel hat alles, was das Herz
begehrt: wunderschöne einsame Buchten, glasklares Wasser, schroffe Bergwelten,
urtümliche Gegenden, wilde schöne Landschaften und vor allem keine
Pauschaltouristen und keine Apartment- oder Hotelanlagen.
Auch hier -wie auf
Kreta- gilt es: rein ins Auto und von Ort zu Ort fahren. Die Anreise ist
mit dem eigenen KFZ gut zu meistern. Mit einer Zwischenübernachtung geht das
ganz entspannt. Man kann die Fähren von Frankreich (z.B. Nizza) oder von Italien
(z.B. Livorno und Genua) nehmen und sollte vorab via Internet einen Platz
buchen. Aber leider ist Korsika nicht billig; französische Preise plus
Inselaufschlag. Noch relativ günstig kommt man mit Camping weg.
Campingplätze gibt es wie Sand am Meer und sie sind auch überwiegend gut
ausgestattet.
Wir haben Korsika im September
2001 bereist und seitdem ist es mein bevorzugtes weil schönstes Urlaubsziel. Wir
sind damals von Genua nach Bastia übergesetzt. Leider mussten wir in Genua
übernachten, weil unsere Fähre ganz früh morgens startete. Die Hotelpreise sind
hier atemberaubend hoch und zudem ist die Gefahr groß, dass sie über Nacht dein
Auto ausräumen. Auch der Hafen wirkt sehr abstoßend. Livorno soll hingegen
viel netter sein; man fährt nur etwas länger als von Genua.
In Bastia, der Inselhauptstadt,
landen wir. Ein Besuch der Stadt lohnt nicht.
Wir fahren auf direktem Wege über
die Berge nach Westen, wo das nette
"St. Florent"
liegt. Ein kleiner sympatischer Ort mit
vielen Restaurant, kleinen Hotels und Campingplätzen. Schon auf dem Weg dorthin
bekommt man einen ersten Eindruck von den Straßenverhältnissen, die auf der
ganzen Insel gleich sind: viele Serpentinen und ein schlechter Straßenzustand.
Der **Campingplatz "U Pezzo" ist
nicht zu empfehlen, da die sanitären Anlagen einfach sind. Mir war es nicht
möglich, eine Steckdose zu finden, damit ich meine Haare fönen konnte. Davor
liegt der ***CP "Kalliste", der besser ausgestattet ist. Die sanitären Anlagen
sind okay, die einzelnen Plätze parzelliert und schattig. In der Nähe der CP liegt auch der schöne Strand von St. Florent. Es sind aber noch einige Meter
zu gehen.

Empfehlenswert ist von St.
Florent eine Tour um Cap Corse, dem Nordzipfel der Insel. Wir fahren in Richtung Bastia und biegen dann auf die Küstenstraße D 64, die oberhalb der Stadt
entlangführt. Die Straßenbeschilderung lässt etwas zu wünschen übrig und
man muss ein wenig suchen, um den richtigen Abzweig zu finden. Eine gute
Straßenkarte ist also nötig. Man hat von dieser höher gelegenen Straße einen
schönen Blick auf die Hauptstadt, den dahinter liegenden Etang und den
Flughafen. Die Küstenstraße an der Ostseite ist karg und überall wächst Macchia,
das halbhohe Buschwerk, das sich nach Bränden üblicherweise breit macht. Bis zum
Ort Macinaggio ist die Straße neu ausgebaut und gut befahrbar. Dann ist sie
wieder die alte: eng, kurvenreich
und holprig.
"Macinaggio" ist ein
kleiner belebter Touristenort. Von hier geht es rüber auf die Westseite des Cap
Corse. Unterhalb der fast 40 m hohen Passstraße liegt "Centuri-Port", ein
kleines Nest mit Fischerhafen, das einen Abstecher lohnt.
Bei Pino nehmen wir die
Höhenstraße D 33 und D 133, die laut
Reiseführer sehr schön sein soll mit netten Ausblicken auf die Gegend. Der
Reiseführer hat recht. Es sei erwähnt, dass auf der D 133 bei Canari die Straße
ziemlich übel wird; eher ein geteerter Feldweg, uneben und sehr holprig.
"Nonza" ist an der D 80
wieder ein Ort, den man sich anschauen sollte. Er liegt oberhalb des
dunkelgrauen Strandes und wird beherrscht von einem Genueserturm, den es hier an
jeder Ecke gibt (siehe auch Asterix auf Korsika). Der Strand besteht aus
asbesthaltigem Gestein und ist deshalb so dunkel. Das sind die Überreste aus dem
vor 30 Jahren stillgelegtem Asbestwerk in der Nähe. Das Meer sieht an dieser
Stelle tief dunkelblau aus und die Gischt erscheint schneeweiß. Ein tolles Bild
! Witzig ist, dass viele Einheimische mit weißen Steinen Namen ihrer
Liebsten und anderes auf dem Sand geschrieben haben, was sich hervorragend von
dem dunklen Sand abhebt. Direkt an der Durchgangsstraße liegen zwei Cafes, die
sehr einladend aussehen. Das eine beherbergt eine riesige Platane, unter denen
die Bar und Sitzgelegenheiten Platz finden.

Eine weitere Tour empfiehlt sich
von St. Florent durchs Landesinnere. Zuerst geht es ein Stück die D 81 Rchtg.
I´lle Rousse entlang und nach gut 5 km biegt man links auf die D 62. Die ersten
Kilometer gehen kurvig durch Macchialandschaft: öd, karg, trocken, leblos. Dann
aber, ganz plötzlich und unerwartet wird es grün. Bäume säumen die Straße, große
Farne wachsen am Straßenrand. Hinter St. Pietro wird es richtig schön grün.
Die Kirche bei "Murato" sieht ungewöhnlich aus, wie ein Zebra. Von hier führt
eine Straße durch die Schlucht "Dé filé de Lancone" Richtung Bastia. Da muss man
durch. Sehr sehenswert. Man endet auf der Schnellstraße, die nach Bastia führt.
Man könnte noch eine kleine Stadtbesichtigung anschließen, aber wie schon
gesagt, lohnt ein Besuch eigentlich nicht.
Von St. Florent fahren wir
südwärts nach Calvi. Vor Calvi, bei dem Ort Lumio, schlagen wir unser Zelt auf
dem 2 km landeinwärts liegenden **CP "Panoramic" auf. Dieser CP liegt am
Berghang und man hat einen tollen Blick auf die Küste. Zu dieser Zeit ist er
kaum belegt; hier und da steht ein Zelt rum. Und es ist absolut still hier. Der
nächstgelegene, kleine nette Strand ist bei der "Marine de St. Ambroggio".
Hier gibt es nur ein paar Ferienhäuser und einen kleinen Hafen.

"Calvi"
ist eine touristische Kleinstadt mit einer prägenden Zitadelle am Meer. Die
Zitadelle wirft in der untergehenden Sonne interessante Schatten. Aber innerhalb
ihrer Mauern ist nicht viel los. Das Leben beginnt nebenan, in den
Einkaufsstraßen. Hier ist viel Trubel und gegen Abend sind die vielen Restaurant
in der City an den vielen kleinen Plätzen überfüllt. Einen Parkplatz ist nur
schwer zu finden. Bei guter Sicht kann man im Hinterland die bis um die 2000 m
hohen Berge sehen. Noch im Frühjahr sind sie schneebedeckt. Viele Postkarten von Calvi zeigen diese imposante Kulisse.
Eine Tour lohnt hier ins
Hinterland. Vor Lumio geht die D 71 ab, an unserem CP vorbei durch karges
Macchiagelände, eingerahmt von bis zu 1350 m hohen Berge auf der einen und das
Tal mit der Küste auf der anderen Seite. Hier leben die Einheimischen von der
Landwirtschaft. Die Felder sind zu dieser Jahreszeit bereits abgeerntet und
sehen vertrocknet aus. Hinter Feliceto biegen wir rechts auf die D 663 nach
Speloncato ab, eine kleine Straße, die uns hoch in die kargen Berge führt. Ein
paar Kühe stehen am Straßenrand. Wie auch die Ziegen und Schweine laufen sie
frei herum und man muss immer damit rechnen, dass so ein Tier plötzlich mitten
auf der Straße steht. Auf der anderen Bergseite wechselt die Landschaft völlig.
Hier ist alles sattgrün, unglaublich üppig. Wälder von Kastanien- und
Olivenbäumen, Alleen begleiten uns auf den Weg nach unten. Eine wunderschöne
Strecke.
Wir treffen dann wieder auf die N 197, die uns nach I´lle Rousse führt.
Wir biegen aber wieder landeinwärts ab auf die D 63, die uns nach "St.
Antonino" führt. Dieser sehr alte Ort liegt hoch oben auf einer Bergkuppe.
In Stein geschlagene schmale Pfade führen durch ihn hindurch. Von einer Art
Terrasse hat man einen tollen Panoramablick.
Wir ziehen weiter gen Süden von
Calvi über die D 81b, die sehr kurvenreich ist. Bei "Galéria" lohnt sich
einen Abstecher die D 351 Richtung "Manso" hinauf, um in dem Fluß "Fango"
zu baden. Man muss ein wenig durch das Gebüsch klettern, um an den Wasserlauf zu
gelangen, aber es lohnt sich. Man stellt irgendwo am Straßenrand seinen Wagen ab
und geht nur wenige Meter zum Fluss. Das Wasser kommt gemächlich von den Bergen
und bildet in seinem mit großen Wackermännern bestückten Bett immer wieder
kleine Becken, wo man si ch herrlich in dem klaren, kalten Wasser erfrischen
kann. Aber ich glaube, dass man im Frühjahr nicht darin baden kann, da der Fluß
noch zu viel Wasser führt.
"Galéria" ist ein
verschlafenen Nest. Wer Ruhe mag, ist hier gut aufgehoben. Es gibt 3
Restaurants, eine Post, die nicht täglich offen hat, einen kleinen Einkaufsladen
und einen naturbelassenen großen Strand. Wenn man auf Touristen stößt sind es
meist Wanderer mit ihren kiloschweren Rucksäcken.

Die Küstenstraße weiter gen Süden
ist wunderschön. Auf der linken Seite die 1300 m hohen Berge und auf der rechten
Seite fällt das Ufer steil ab ins tiefblaue Meer. Auf dieser kurvenreichen
Strecke ist man nicht schnell unterwegs, zudem ist die Straße in einem sehr
schlechten
Zustand. Sie endet für uns in "Porto",
einem kleinen, bekannten, touristischen Ort inmitten der bergigen Landschaft.
Hier findet man Hotels ohne Ende und der Ort ist ganz dem Tourismus
zugeschnitten. Trotzdem hat er seinen eigenen Reiz und lohnt einen Besuch.
Porto ist umgeben von großen
Campingplätzen, deren Standard sich kaum voneinander unterscheidet. Wir
schlagen unser Zelt bei "Sole e vista"*** auf. Der Vorteil zu dem daneben
liegenden "Les Oliviers"*** ist, dass man das Auto am Zelt parken darf.
Hier ist relativ viel los, denn Porto ist berühmt als Ausgangspunkt für
Wanderungen in "les Calanche", den roten Felsen an der Küste. Und die
sind wirklich sehenswert.

Genauso empfehlenswert ist die
Wanderung durch die "Spelunca-Schlucht", die von "Ota" nach "Evisa" führt.
Beginnt man in Evisa (wie wir) so hat man den unbeschwerlicheren Weg gewählt,
denn Evisa liegt auf 829 m Höhe und die muss man in anderer Richtung hinauf. Da
kommt man ins Schwitzen. Die Gegend ist fantastisch. Noch nie habe ich
eine so aufregende, interessante, vielfältige Bergregion erlebt. Hinter jeder
Kurve erstreckt sich ein neuer genialer Anblick ... mir fehlen die Worte!
Der "Porto" fließt durch die Schlucht und er ist schneller unterwegs als der
oben erwähnte Fango. Aber auch er hat ruhige Wasserbecken, in denen man
zumindest seine Füße erfrischen kann. Zum Baden war es uns zu kalt.

Unser nächstes Ziel ist die
Inselmitte, dort, wo die Berge am höchsten sind. Wir fahren die D 84 nach
"Corte". Es ist der
Ort der Orte in der Bergwelt Korsikas. Hier ist Leben, hier kann man sich
lassen. Zuerst muss man aber über den "Col de Vergio" auf 1477 m. Es ist kühl
und auf dem Parkplatz, wo einige Wanderungen beginnen, kann man die frei
laufenden Hausschweine bewundern. Die sind ganz wild auf Leckereien der
Touristen.
Hinter der 800 m hoch gelegenen
Ortschaft "Calacuccia" beginnt die enge Schlucht "Scala di Sta. Regina".
Der Fluss "Golo" fließt durch sie hindurch und darüber die 1500 m hohen
schroffen Berge. Wahnsinn! Die Straße klebt etwa 30 m über dem Fluss am
Felshang. Schmal und kurvig. Absolut sehenswert.
In "Corte" müssen wir wieder
campen, obwohl wir eigentlich ein Hotelzimmer nehmen wollten, denn es wird
Nachts unangenehm kühl und dem wollten wir entgehen. Aber alles war hier
'complet'. Kein Zimmer war zu kriegen. Und das in der Nebensaison. Der CP "U
Sognu", der an der Einfahrt der Restonica-Schlucht liegt, ist klein, einfach,
aber sauber. Wir haben einen schönen Blick auf die Zitadelle von Corte, die
auffallend auf einem Hügel thront.
Das was alle Touristen machen und
man auch eigentlich nicht versäumen darf, ist die Wanderung durch die "Restonica-Schlucht"
zu
den beiden Seen hinauf. Zuerst muss man mit dem Auto die beschilderte
Schlucht hinauffahren (ca. 10 km) bis zum Ende
der ausgebauten Strecke, die unweigerlich zu dem Parkplatz und den Beginn der
Wanderung führt. Unangenehm stößt auf, dass der Parkplatz gebührenpflichtig ist
und umgerechnet knapp 4,- Euro kostet. Das fi nden wir unverschämt teuer. Erst
etwa 1,5 km unterhalb kann man gebührenfrei parken.
Mit vielen anderen Touristen
laufen wir den gut sichtbaren Weg hinauf. Festes Schuhwerk ist notwendig,
denn Wurzeln und Steine liegen herum. Dann teilt sich der Weg und wir wählen den
sportiven, also steileren, aber auch kürzeren Weg rauf zum "Lac de Melo".
An einigen Stellen ist er so steil, dass Ketten im Fels eingelassen sind, damit
man nicht den Halt verliert. Wenn man auf dem Rückweg den anderen Weg hinab
wählt, hat man die richtige Entscheidung getroffen.
Der "Lac de Melo" liegt auf
1711 m Höhe und ist bis zu 15 m tief bei einer Fläche von 6 ha. Wir verschnaufen
und beginnen dann den steilen, aber kurzen Anstieg zum zweiten See. Nur sehr
langsam kommen wir vorwärts, weil es wirklich sehr steil ist und man oft die
Hände zum Klettern zu Hilfe nehmen muss. Der "Lac de Capitello" liegt auf
1930 m, ist bis 42 m tief und mit 5,5 ha etwas kleiner. Die schroffen
Felshänge spiegeln sich in ihm. Wir entdecken Felskletterer über uns; sie
sind auf dem Weg zum Gipfel des 2295 m hohen "Capo a u Chiostro". Der See
ist eiskalt, dass man nur Sekunden die Füße darin baden kann.
Um der nächtlichen Kälte von
Corte zu entgehen zieht es uns an die Ostküste, an der es die größten und
bestausgestattesten Campingplätze geben soll. Bei Aleria befindet sich der ****CP
"Marina d´Alria". Die Pazellen sind großzügig und schattig. Die 4 Sterne sind
verdient. Nur ist die Ostküste nicht sonderlich schön. Sie ist flach und es gibt
unendlich viel Landwirtschaft.

Jedoch erreichen wir von hier
relativ schnell die "Castagniccia", die nördlich von hier im
Landesinneren liegt. Der Name ist Programm, denn hier gibt es Kastanienwälder
ohne Ende. Alles grünt und blüht und ist einfach schön. An vielen Stellen
bietet sich ein Fernblick über die unendlichen Wälder in den verschiedensten
Farbtönen begrenzt von der herrlichen Bergwelt. Man sollte auch die aus
Kastanienmehl gemachten Kuchen und Brote probieren, die schließlich aus
einheimischer Produktion stammen.
Unser nächstes Ziel ist wieder
die Westküste und zwar Propriano. So müssen wir wieder durch das bergige
Landesinnere (D 344) über den "Col de Verde" (1289 m) und St. Marie-Sicche
(D 83). Leider haben wir miserables Wetter. Es schüttet und wir können vor
lauter Nebel bzw. tiefhängenden Wolken kaum etwas erkennen. Aber was wir sehen
ist vielversprechend. "Wie im Schwarzwald", meint Vera. Also wieder eine
Strecke, die sich lohnt, befahren zu werden.
In der Nähe von Propriano, in "Olmeto-Plage"
finden wir ein kleines, günstiges, einfaches Motel namens "Arbatello" mit
kleiner Terrasse und Meerblick. Campen können wir vergessen, da der Regen alles
überflutet hat.
"Propriano"
ist gar nicht schön. Die engen Straßen sind mit
parkenden und hupenden Autos vollgestopft. Die Gehsteige sind zu schmal und
alles ist zu eng. Und teuer. Auch optisch hat sie nichts reizvolles zu bieten.
Diese Stadt kann man gut links liegen lassen.

Hingegen ist die 'zweite
heimliche' Hauptstadt Korsikas "Ajaccio"
sehr schön anzuschauen. Hier sollte man sich Zeit lassen für einen Bummel durch
die Einkaufsstraßen, am Hafen, der Altstadt, der Zitadelle und natürlich der
Landzunge "Punte de la Parata" mit ihrem Leuchtturm und dem Blick auf die
kleinen vorgelagerten Inselchen "Iles Sanguinaires".
Sehenswert ist auch das nördlich
gelegene "Sartène",
das quasi am Berg hängt. Die Altstadt ist klein und überschaubar; ein zentraler
Platz mit Platanen und Cafés ist Ausgangspunkt der Besichtigung.

Unser letztes Ziel ist "Porto-Vecchio".
Ein touristischer, wohlhabender Ort an der Ostküste im Süden der Insel. Hier
finden wir 8 km landeinwärts den FKK-Campingplatz "U Furu" (D 198 nach
Bastia, dann D 159 nach Muratello). Neben einigen Stellplätzen bietet er auch
kleine einfache Bungalows an, von denen wir einen mieten können. Sie bestehen
aus einem großen Raum mit Kochnische und einem Bad. Dazu gibt es so etwas wie
eine Terrasse mit Liegestühlen und Tisch. Hier ist der Hund begraben. Um uns
herum Natur pur und es ist fast menschenleer. Einfach herrlich. Nackt kann
man einen kleinen Bach entlanglaufen, der an einem kleinen Wasserfall endet. Es
ist wie im Paradies. Der Besitzer versorgt uns morgens mit frischem Brot,
ansonsten gibt es hier nichts. Man ist darauf angewiesen, in und um Porto
Vecchio einzukaufen. Für uns der ideale Platz. Anschrift für Interessierte: U Furu, Rue de Muratello, 20137 Porto-Vecchio, Tel. 0495701083, Fax 0495706347.

"Porto-Vecchio" ist
ein sehenswerter Ort. Enge Gassen mit Geschäften, Bars und Restaurants prägen
den alten Ortskern. Es ist auch viel Trubel hier. Viele wohlhabende Touristen,
denn die Preise sind happig.

Lohnenswert ist auch ein Abstecher zu den Stränden
bei "Palombaggia". Diese haben
Südseecharakter mit Pinien, die den fast schneeweißen feinen Sand begrenzen. Und
natürlich glasklares Wasser.

Selbstverständlich darf man nicht
versäumen "Bonifacio"
anzuschauen. Das liegt -28 km von Porto-Vecchio entfernt- ganz im Süden und ist
auf Kreidefelsen erbaut, die sich bis etwa 60 m aus dem Meer erheben. Einen
Parkplatz in Bonifacio zu finden ist schwierig und gebührenpflichtig. Aber man
kommt nicht drum herum. Zuerst lohnt ein kurzer Trip zum Leuchtturm; die Straße
geht vor Bonifacio ab. Man hat einen fantastischen Blick auf die Altstadt, auf
die Küste und bei guter Sicht ist Sardinien nicht zu übersehen. Die
Altstadt thront auf einem Kreidefelsen und man hat sofort die Befürchtung, dass
sie jeden Moment ins Meer herabrutschen könnte. Der Aufstieg durch das alte
Stadttor ist steil. Enge sehenswerte Gassen und leider auch Touristennepp
begleiten uns
auf unserem Weg. Die Restaurants sind überteuert. So wollen die
für eine gegrillte Dorade etwa 18,- Euro. Auch der Friedhof lohnt einen Besuch.
Es ist der Nobelste der Insel.
Eine schöne Wanderung haben wir
noch bei "l´Ospedale" gemacht. Hinter dem Stausse kommt ein Parkplatz und von
dort führt ein Weg zum "Piscia di Gallo", dem Hahnenpiss, einem
Wasserfall, der sich etwa 40 m in die Tiefe stürzt. 30 Minuten dauert der
Weg vom Parkplatz. Zuerst ist es ein breiter Feldweg, der dann immer schmaler
wird und man schließlich über steinige Pfade dem Hahnenpiss immer näher kommt.
Bei dem Holzschild auf dem in französisch und englisch steht 'Ende des
markierten Weges. Weitergehen riskant' fragt man sich, warum es hier zu
Ende sein soll, obwohl man noch nicht einmal den Wasserfall zu Gesicht bekommen
hat. Aber hören kann man ihn schon. Wir gehen mutig weiter und verstehen dann
das Warnschild. Es geht fast senkrecht den Berg hinab und man muss alle Viere
benutzen, um nicht abzurutschen. Untern angelangt steht man fast am Fuße des
Wasserfalles.
Auf dem "Col de Bavella"
mit seinem in den Wind geneigten Schwarzkiefern und der Marienstatue mit den
unzähligen Gedenktafeln kann man Wanderungen in die bis zu 1791 m hohen
Berge unternehmen. Bizarre Formen nehmen hier die schroffen Gipfel ein, die
Namen tragen wie "Eselsohren". Felsenkletterer können wir in den Hängen
erkennen. Hier ist die Natur wild und unzähmbar. Herrlich !
Aufpassen: Fast jedes
Ortseingangsschild oder Hinweisschild ist durchlöchert von Schrotkugeln. Wir
wissen nicht warum; wir fanden es witzig. Wir wissen nur, dass die Corsen ein
wildes, eigenes Völkchen sind. So wurde mal wieder eine Villa eines
Nicht-Einheimischen (=Österreichers) vor dem Richtfest in Brand gesetzt, weil er
ein schönes Stück Land am Meer sein eigen nennen wollte. Und deshalb auch ist
diese Insel nicht zugebaut mit Hotelanlagen und hat ihren eigenen Charme
bewahrt.
Fazit: Korsika immer wieder.
Eine Wahnsinnsinsel. Unglaublich schön und wild. Aber auch hier
muss man mobil sein, weil man die ganze Insel erleben sollte. Es ist nicht
durchführbar von einem Ort aus die Insel zu erkunden, weil die
Straßenverhältnisse es nicht zulassen.
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