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1.
Teil: Esparron de Verdon und Aix en Provence
Bei Cavaillon, unterhalb von Orange, fahren wir von
der Autobahn ab und fahren nach Osten über die D973, unterhalb der
Montagne du Luberon. In Vinon sur Verdon geht es auf die D952 nach
Groux les Bains, der aussieht wie ein hübscher Kurort. Dahinter
biegen wir rechts ab in die Einsamkeit. Über schmale Serpentinen
geht es 13 km an den Lac d`Esparron zu dem gleichnamigen Ort Esparron de
Verdon. Es ist ein Stausee am unteren Ende des Verdon bevor dieser
im Durance mündet.
Müller Verlag über Esparron-de-Verdon:
Vor dem Bau verschiedener Staustufen des Verdon war
Esparron ein kleines beschauliches Dorf am Flussufer. Durch den
idyllischen Stausee, dessen Ausbuchtungen an kleine Fjorde erinnern,
erlebte Esparron ab 1967 einen regelrechten Boom. Ferienhäuser und
Campingplätze wurden errichtet, ein neues Dorf mit der notwendigen
touristischen Infrastruktur entstand neben dem alten. Der
lang gestreckte, schmale Stausee eignet sich gut zum Baden (bis 20
Grad) und für Bootserkundungen. Sehr zu empfehlen ist eine Kanutour
verdonaufwärts bis zur nächsten Staustufe bei Quinson. Bei dieser
landschaftlich sehr reizvollen Fahrt paddelt man durch die Basses
Gorges du Verdon.
Der Reiseführer beschreibt noch eine der schönsten Wanderung, die in
3 Stunden durch die Gorges führt. Diese Wanderung gibt es leider
nicht mehr, da sich die Staustufe um einige Meter nach oben
verlagert hat und nun Teile des Weges unter Wasser sind. Das konnten
wir bei einer Paddeltour erkennen (dazu gleich).
Hinter dem verschlafenen Nest befindet sich der im
Reiseführer lobend erwähnte ****CP "Le Soleil", der seinem Namen
alle Ehre erweist.
Nur wenige Camper -vorwiegend Deutsche- sind hier. Um
diese Jahreszeit findet man hier kaum überlaufene Plätze.
Müller Verlag zum CP Le Soleil:
Der von einem deutschen Ex-Fremdenlegionär geführte
Platz ist einer der schönsten der Region. Gegenüber des Dorfes
ziehen sich 100 Stellplätze terrassenförmig bis zum See
(sehr
weiches Wasser, was Vera beim Haare waschen merkte)
hinunter. Vorr
allem die unteren Plätze bieten eine wunderbare Aussicht, allerdings
sind sie nicht mit dem PKW zu erreichen. Neben einem Restaurant
(große Pizza) , einem Cafe und einem kleinen Supermarkt gibt es auch
einen Spielplatz; Kanus und Kajaks werden am "Strand" des CP
vermietet. Waschmaschine gegen Gebühr.
Der Supermarkt hat derzeit noch geschlossen. Aber man bekommt
an der Rezeption Brot, das man vortags bestellen muss. Das zweite Waschhaus wird
gerade renoviert und nur die Toilette kann benutzt werden. Es gibt
Warmwasser an den Spülbecken, bei den Duschen und an den
Waschbecken. Die Sanitarios sind sauber; leider gibt es nur ein
französisches Klo. Wir bezahlen für den Camper 6,-Euro, 2 Personen 9,-
Euro und Strom 3,- Euro in der Vorsaison pro Tag.
Esparron de Verdon ist vom Campingplatz
nur über den Fahrweg erreichbar; Länge etwa 5 km. Es gibt lediglich
drei Cafe-Restaurants, die Essen anbieten. Zwei davon liegen an der
Durchfahrtsstraße und der Dritte, ein Imbiss, auf dem Weg zum
kleinen Hafen. Wir setzen uns in den rechten der Beiden. Leider habe
ich mir den Namen nicht gemerkt.
Ich wähle ein Menue für 13,-Euro mit einem Salat (Tomaten, Mozarella, Sardellen, Ziebel) als Vorspeise, einer Pizza (viel Käse,
Oliven, Schinken) als Hauptspeise und einer Kugel Eis (oder
wahlweise Käse) als Nachspeise. Schmeckt alles sehr lecker. Vera
bekommt mein Eis: zuvor hat sie einen Nutella-Crepes gegessen, der
auch gut war.

Auf keinen Fall sollte man die bereits
oben erwähnte Paddeltour durch
die Basses Gorges du Verdon versäumen.
Wir leihen uns für 33,-Euro
(Preis für 8 Stunden) an der Rezeption unseres
Campingplatzes einen Canadier und paddeln die Gorges du Verdon hinauf.
Auch am kleinen Hafen im Ort kann man Boote jeglicher Art leihen,
ebenso wie am anderen Ende der Schlucht in Quinson. Die Preise sind
jedoch höher als die des Campingplatzes.
Der Gorges liegt inmitten herrlicher Berglandschaft
und bis auf wenige Boote ist niemand unterwegs.
Es ist so einsam, ruhig und ursprünglich, dass uns das Herz aufgeht.
Wir pausieren zweimal und springen in das
erfrischende Wasser. Flusskrebse und später sogar eine kleine
Wasserschlange bekommen wir zu sehen. Die kleinen Fische und drei riesige
Karpfen begleiten uns ständig. Es ist wunderschön und der
Erholungseffekt ist enorm.

Nach gut 3 Stunden und geschätzten 10 km erreichen
wir dann Quinson.
Wir haben es geschafft. Am Ufer,
kurz hinter der Brücke, schieben wir unser Boot und gehen in
das darüber liegende Restaurant, um etwas zu trinken.
Zurück paddeln wir ohne Pause. Anstrengend ist es
nicht, denn das Wasser fließt ruhig und es gibt nur eine schwache
Strömung.

Greoux les Bains ist ein Thermalkurort und das
sieht man auch sofort. Es gibt sogar ein Casino. Der Ort ist ganz niedlich und hat
für seine Kurgäste auch
eine kleine Fußgängerzone, die wir erkunden.
Anschauen ist okay.
Ein längerer Aufenthalt lohnt jedoch nicht.
E twa 15 km weiter
liegt die 20.000 Einwohner
zählende Stadt Manosque, die das das Geschäftszentrum der
Gegend bildet. Am Ortsand befinden sich viele große Geschäfte, auch
die bei Campern so beliebten großen Einkaufscentren.
Auf
der einzigen Zufahrtsstraße herrscht viel Verkehr.
Die Altstadt kann
überwiegend nur zu Fuß erkundet werden, denn die Gassen sind viel zu
schmal für Fahrzeuge.
Es ist
nett hier.
Müller Verlag über Manosque:
In den vom Spätmittelalter geprägten Gassen des
Zentrums weist Manosque noch einen relativ unverfälschten Charme
auf. Die zur Fußgängerzone umgewandelte Rue Grande führt, an der
Eglise Saint-Sauveur vorbei, als Haupachse durch die Altstadt. Zwei
von einst sechs Stadttoren sind noch erhalten. Den Mittelpunkt
bildet die von Platanen beschattete Place de l` Hotel de Ville.
Auch zwei Cafe-Restaurants befinden sich auf diesem
Platz. Er lädt wirklich zum verweilen ein und wir trinken für über
5,- € ein Bier und eine Orangina. C`est la vie.
Von Quinson
bietet sich eine Wanderung an, die ein Stück durch die Gorges
führt. Sie beginnt kurz hinter der Brücke ,
die den Beginn der Schlucht markiert.
Die Wanderung führt etwa 2 km am Fluss entlang, um dann den Berg zu erklimmen bis zum
Andenken an eine Kapelle namens St. Maxime.
Der im WOMO-Führer von Ralf Greus beschriebene
Weg haben wir bereits unten verpasst, weil wir uns an die markierte
Wegzeichnung gehalten haben. Eigentlich sollte man noch einige
Meter in einen abgesperrten Weg hinein und dann einen Steig hinauf
gehen, der direkt zur Kapelle führt.
Beim Andenken an die Kapelle St. Maxime
-es ist nur ein kleiner Gedenkstein am Wegesrand und
leicht zu übersehen- suchen wir
diesen im WOMO-Führer beschriebenen Steig. Aber wir finden nur
einen,
der überwuchert ist und für uns unbegehbar
wird.
Es ist der Weg, an
dem ein Autowrack liegt. Wir können uns nicht erklären, wie das
hierher gekommen ist.
So machen wir kehrt bis zum Abzweig auf der
Hochebene, wo der GR 99 nach Quinson beschildert ist. Hier oben haben wir wenig Schatten und die Sonne
brennt heute ganz schön. Ein kleiner Wind macht es erträglicher.
Nach gut 3 Stunden haben wir unser Ziel erreicht. Wir
fahren ein paar Meter bis in den Ort, den wir fußläufig durchgehen.
Es ist ein schöner, alter Ort mit Brunnen an jeder Ecke.
Müller Verlag über Quinson:
Der auf 370 m gelegene Ort hat sich seinen
mittelalterlichen, elliptischen Grundriss bewahrt; Teile der
spätmittelalterlichen Befestigungsmauer sowie zwei Türme sind noch
erhalten. Der gleichnamige See hat auch im Sommer nicht mehr als 17
Grad Celsius aufgrund seiner schnellen Fließgeschwindigkeit.
Er wird auch von dem tief liegendem Wasser des
aufgestauten Verdon gespeist, das schön kalt ist.

Aix en Provence ist eine der schönsten Städte der Provence mit 125.000 Einwohner,
wovon 25.000 Studenten sein sollen.
Wir durchkämmen die Altstadt mit ihren schmalen
Gassen und den unzähligen Bars und Restaurants und Plätzen. Ein
wirklich netter Ort mit ganz viel Charme.
An der Prachtavenue "Cours Mirabeau", die den neuen
von dem alten Teil trennt, gibt es neben den 161 Platanen auch viele
Restaurants, die jetzt um die Mittagszeit gut besucht sind. Die
Preise sind gesalzen, aber die Franzosen geben dafür ihr Geld gerne
aus.

Michael Müller Verlag:
Die meisten Franzosen möchten in Aix-en-Provence
wohnen. Warum? Aix verspricht konzentrierten Lebensgenuss - Savoir
vivre vom feinsten. Aix ist andererseits immer noch eine stolze
Stadt, in der das alteingesessene Bürgertum nach wie vor den Ton
angibt.... Wer von Aix redet, spricht in gewisser Hinsicht auch vom
Cours Mirabeau, der von 161 Platanen gesäumten Prachtstraße im
Herzen der Altstadt. Zur gegebener Zeit gibt sich scheinbar die
gesamte Stadt ein Stelldichein auf diesem wohl schönsten Boulevard
der Provence.
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