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Sardinien vom 28. August bis 16. Sept. 2004

 

1. Teil   von Olbia bis Alghero

2. Teil   von Bosa zur Sinis Halbinsel und quer durchs Land zur Ostküste

3. Teil   von Torre die Bari bis San Teodoro

 

 und wandern im Cinque terre am 17. Sept. 2004

 

Der 1. Teil

 

Wir sind wieder mit unserem kleinen Wohnbus unterwegs. Von Piombino (Italien, ein ziemlich schäbige Hafenstadt) aus sind wir nach Sardinien geschifft.

Da die Überfahrt bis Olbia etwa 8 Stunden dauert, haben wir die Möglichkeit des "Camping on board" genutzt. LKW-Fähren (hier: linea dei golfi) nehmen Camper auf Deck mit und nan hat die Möglichkeit, in seinem Wohnmobil zu schlafen. Das ist immer noch besser als auf irgendeiner Bank sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Natürlich ist es dann auch ratsam, über Nacht zu fahren. Hin- und Rückfahrt kosten etwa 280,- Euro; online gebucht. Nicht gerade wenig, aber eine billigere Alternative gibt es nicht.

 

Wir nehmen Kurs in Richtung Norden und lassen die Costa Smeralda erstmal rechts liegen. Es gibt zwar unzählige Campingplätze, aber die werden noch gut belegt sein und auch nicht gerade günstig. Wir suchen ein ruhiges Plätzchen.

 

Das finden wir in dem Campingplatz "CP "Marina delle Rose" zwischen St. Teresa di Gallura (19 km entfernt)und Vignola (3 km entfernt). Für 20,- € pro Tag ist dies ein Preis im mittleren Bereich. Der Platz liegt terrassenförmig unter großen Platanen und Eukalyptusbäumen. Zum Meer geht es einen Hügel hinab und im unteren Bereich findet man dann keinen Schatten mehr; dafür aber eine tolle Aussicht auf das Meer und die Küste. Die Sanitärbereiche sind alt, aber sauber. Heißes Wasser sind nur in den Duschen, dafür umsonst. Standard in den südlichen Urlaubsländern. Es ist nicht besonders viel los. Jeder 3 Platz ist belegt; überwiegend von Süddeutschen. Die haben auch noch Schulferien; aber nur noch eine Woche. Auch Italiener vom Festland sind hier.

 

Santa Teresa di Galuna ist das nördlichste Städtchen Sardiniens und liegt flach ausgebreitet auf einem hügeligen Plateau. Daneben der bizarre, tief eingeschnittene Hafenfjord - die "Brücke" nach Korsika mit täglichen Fährverbindungen. Die exponierte Lage auf dem windzerzausten Kap, die gleißende Sonne auf den pastellfarbenen und weiß gewaschenen Häuserfronten, die großartige, steinig-karge Hügellandschaft der Umgebung - dies alles gibt dem Ort einen herben Charme, der zumindest in der Nebensaison noch deutlich spürbar ist (>Reiseführer Michael Müller Verlag). Das kann ich bestätigen! Wenn man in der Gegend ist, lohnt ein Abstecher.

 

Die Nordküste zeichnet sich durch ihre karge Landschaft mit ungewöhnlichen Fels- und Steinformationen aus. Es wirkt karg und in dieser Jahreszeit sind die Pflanzen und Wiesen vertrocknet und durch die Sonne verbrannt.

 

Der Ort Vignola besteht nur aus ein paar Häusern, Hotels, einem kostenpflichtigen Wohnmobilstellplatz (in der gleißenden Sonne) und einem Campingplatz. Geschäfte gibt es nicht bis auf einen winzigen Krämerladen.

Vor Santa Teresia gibt es einen Supermarkt; schlecht sortiert und schmuddelig, aber immerhin mit dem Nötigsten ausgestattet.

Costa Smeralda die "Smaragdküste" liegt wenige Kilometer nördlich von Olbia. Vielgestaltige Küstenregion mit weit verzweigten Bucht- und Klippenlandschaften. Darunter, oft versteckt und nur schwer zu erreichen, das strahlend türkisblaue Meer, kleine vorgelagerte Inselchen, versteckte weiße Sandstrände. Noch bis Ende der 50´ger Jahre stand hier kein einziges Haus. Milliardär Aga Khan entdeckte die Idylle und begann mit Investoren ein Ferienparadies par excellence zu schaffen und das auf einen Schlag Sardinien touristisch gesellschaftsfähig machte. Ein neuer architektonische Stil wurde geschaffen, der sog. neosardische Stil; eine Synthese der verschiedensten Bauformen rund ums Mittelmeer. Ein Exklusivparadies für gehobene Ansprüche wurde in wenigen Jahren aus dem Boden gestampft. Nach diesem Erfolg begann jedoch der "Ausverkauf" der Küste. Überall in Sardinien wuchsen Ferienhaussiedlungen aus dem Boden; dutzende Kopien der Costa Smeralda entstanden (> aus Reisehandbuch Michael Müller Verlag).  Die Häuser sind schön anzuschauen; ein wirklich netter Baustil. Aber alles riecht hier nach Geld. Nichts zum wohl fühlen. Anschauen ist aber okay.

Wir reisen weiter die Küste Richtung Westen. Bei Porto Torres, ein unattraktives Örtchen, biegen wir ab ins Landesinnere und fahren gen Süden bis Alghero.

 

Vor Porto Torres liegt Castelsardo. In der Mittagshitze steigen wir hinauf in den alten Ortskern mit seinem Kastell. Hier kann man einheimischen Frauen beim Körbe flechten zusehen. Sie verdienen damit ein Zubrot, denn in dieser Gegend ist die Bevölkerung nicht besonders reich. Wir erstehen einen Korb für 12,-€ und er besticht durch sein dickes, stabiles Geflecht. Ein kleines blaues Muster macht ihn schlicht. Ein fairer Preis und wir haben das Gefühl, der Armut entgegen gewirkt zu haben.

 

Castelsardo ... ein hoher Fels, an drei Seiten vom Meer umspült, auf der windzersausten Spitze die altersgrauen Granitmauern eines genuesischen Kastells, am Hang darunter, übereinander gestaffelt, unverputzte und pastellfarbene Häuserfronten, an der Westseite der schlanke Glockenturm mit farbenprächtigem Majolikadach (>Reiseführer Michael Müller Verlag).

 

In Alghero wollen wir ein paar Tage bleiben. Hier gibt es einiges anzuschauen. Aus unseren Reisehandbüchern geht hervor, dass sich ein Campingplatz südlich der Stadt befinden soll. Aber wir finden nichts, außer  felsige Küstenstraße, an der sich sicher kein Platz halten kann.

So müssen wir wieder zurück zum nördlichen Ortsende. Hier soll es 3 Campingplätze geben.Der "la Mariposa" liegt direkt am Ortsrand, quasi auf und um einer kleinen Düne zwischen Pinien. Er gefällt uns gar nicht. Für Camper gibt es nur Plätze am Rand, die schattenlos sind. Er liegt an einer Durchgangstraße, auf der immer gut was los ist. Ansonsten wirkt er nicht gerade einladend.

Die anderen beiden namens "Calik" und "Nurral" sind im 3 km entfernten nichtsagendem Ort Fertilia liegen an einer Lagune und sind somit stark Mückengeplagt. Das brauchen wir nicht. Wir schauen nur mal kurz den "Nurral" an, der ziemlich abgefuckt wirkt und offenbar miserable Sanitarios hat.

 

Wir fahren dann noch etwa 13 km gen Norden zum "Torre de Porticciolo", einer kleinen Bucht mit einem CP, der im Reiseführer beschrieben ist. Unsere letzte Chance, denn sonst gibt es keinen weiteren mehr in dieser Gegend.

Und es ist ein wirklich ansehnlicher Platz, schattig unter Pinien. Und viel los ist auch nicht mehr. Aber die lassen ihre schöne Lage und guten Standard (mit großem Pool) auch für 30,- Euro die Nacht gut bezahlen. Die können sich sogar noch Unfreundlichkeit leisten, mit dem Wissen, der einzige gute CP der Gegend zu sein.

Leider konnten wir die Bucht nicht zum schwimmen nutzen -wo wir doch so geschwitzt hatten heute-, denn das Ufer ist voller scharfkantiger Steine. Und wir besitzen keine Wasserlatschen. So beschränken wir uns auf den Pool.

 

 

Mit dem Roller fahren wir zum Capo Caccia, einer laut Reiseführer sehenswerten Steilküste, an deren Meeresgrund sich eine Grotte befindet, in die man zu Fuß über 652 Stufen oder mit dem Schiff besichtigen kann. Wir wählen die Stufen, denn ein bisschen Bewegung kann nicht schaden.

 

10,- Euro Eintritt kostet die Grotte. Sie liegt in einem unterirdischen See und ist wirklich beeindruckend. Der Preis ist aber trotzdem zu hoch. Man ist gezwungen sich einer Führung auf italienisch und englisch anzupassen und darf nicht den Anschluss verlieren. Man wird sozusagen mit der Masse durchgeschleust und ständig über Lautsprecher vollgesülzt, damit man auch große Gruppen abfertigen kann und alle alles verstehen können. Es reicht also vollends, sich den Eingangsbereich anzuschauen (siehe Foto), denn schöner wird es nicht im Inneren.

 

 

Capo Caccia ... verwitterter, 168 m hoch aufragender Kalkklotz an der äußersten Spitze einer weit ins Meer ragenden Halbinsel. Die berühmte Grotta die Nettuno lockt trotz ihres stolzen Eintrttspreises täglich Hunderte von Besuchern an. Besonders schön ist die Anfahrt zur Höhle. Die gut ausgebaute Straße schraubt sich am Hang des Monte Timidone durch kahle Fels- und Macchialandschften. Überwältigend sind die Rückblicke auf die Bucht von Porto Conte und die schroffen Abstürze ins Meer.
Wer gut zu Fuß ist, sollte sich den Abstieg zur Höhle nicht nehmen lassen. An der senkrecht abfallenden Felswand entlang geht es immer tiefer bis kurz über die tosende Gischt. Wer schlecht zu Fuß ist, kann an der Bucht Cala Dragunara mit einem Boot zur Grotte fahren.

 

 

 

zum 2. Teil   von Bosa zur Sinis Halbinsel und quer durchs Land zur Ostküste

zum 3. Teil   von Torre die Bari bis San Teodoro

zur Wanderung im Cinque terre am 17. Sept. 2004