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Der 1. Teil
Wir sind wieder mit unserem kleinen
Wohnbus unterwegs. Von Piombino (Italien, ein ziemlich schäbige
Hafenstadt) aus sind wir nach Sardinien geschifft.
Da die Überfahrt bis Olbia etwa 8
Stunden dauert, haben wir die Möglichkeit des "Camping on board"
genutzt. LKW-Fähren (hier: linea dei golfi) nehmen Camper auf Deck
mit und nan hat die Möglichkeit, in seinem Wohnmobil zu schlafen.
Das ist immer noch besser als auf irgendeiner Bank sich die Nacht um
die Ohren zu schlagen. Natürlich ist es dann auch ratsam, über Nacht
zu fahren. Hin- und Rückfahrt kosten etwa 280,- Euro; online
gebucht. Nicht gerade wenig, aber eine billigere Alternative gibt es
nicht.
Wir nehmen Kurs in Richtung Norden und
lassen die Costa Smeralda erstmal rechts liegen. Es gibt zwar
unzählige Campingplätze, aber die werden noch gut belegt sein u nd
auch nicht gerade günstig. Wir suchen ein ruhiges Plätzchen.
Das finden wir in dem Campingplatz "CP
"Marina
delle Rose"
zwischen St. Teresa di Gallura (19 km
entfernt)und Vignola (3
km entfernt). Für 20,- € pro Tag ist dies ein
Preis im mittleren Bereich. Der Platz liegt terrassenförmig unter
großen Platanen und Eukalyptusbäumen. Zum Meer geht es einen Hügel
hinab und im unteren Bereich findet man dann keinen Schatten mehr;
dafür aber eine tolle Aussicht auf das Meer und die Küste. Die
Sanitärbereiche sind alt, aber sauber. Heißes Wasser sind nur in den
Duschen, dafür umsonst. Standard in den südlichen Urlaubsländern. Es
ist nicht besonders viel los. Jeder 3 Platz ist belegt; überwiegend
von Süddeutschen. Die haben auch noch Schulferien; aber nur noch
eine Woche. Auch Italiener vom Festland sind hier.

Santa Teresa di Galuna
ist das nördlichste Städtchen Sardiniens und liegt flach
ausgebreitet auf einem hügeligen Plateau. Daneben der bizarre, tief
eingeschnittene Hafenfjord - die "Brücke" nach Korsika mit täglichen
Fährverbindungen. Die exponierte Lage auf dem windzerzausten Kap,
die gleißende Sonne auf den pastellfarbenen und weiß gewaschenen
Häuserfronten, die großartige, steinig-karge Hügellandschaft der
Umgebung - dies alles gibt dem Ort einen herben Charme, der
zumindest in der Nebensaison noch deutlich spürbar ist
(>Reiseführer Michael Müller Verlag).
Das kann ich bestätigen! Wenn man in der Gegend ist, lohnt ein
Abstecher.
Die Nordküste zeichnet sich durch ihre
karge Landschaft mit ungewöhnlichen Fels- und Steinformationen aus.
Es wirkt karg und in dieser Jahreszeit sind die Pflanzen und Wiesen
vertrocknet und durch die Sonne verbrannt.
Der Ort Vignola besteht
nur aus ein paar Häusern, Hotels, einem kostenpflichtigen Wohnmobilstellplatz (in der
gleißenden Sonne) und einem Campingplatz. Geschäfte gibt es nicht
bis auf einen winzigen Krämerladen.
Vor Santa Teresia gibt es einen
Supermarkt; schlecht sortiert und schmuddelig, aber immerhin mit dem
Nötigsten ausgestattet.

Costa Smeralda die "Smaragdküste" liegt wenige Kilometer nördlich von Olbia.
Vielgestaltige Küstenregion mit weit verzweigten Bucht- und
Klippenlandschaften. Darunter, oft versteckt und nur schwer zu
erreichen, das strahlend türkisblaue Meer, kleine vorgelagerte
Inselchen, versteckte weiße Sandstrände. Noch bis Ende der 50´ger
Jahre stand hier kein einziges Haus. Milliardär Aga Khan entdeckte
die Idylle und begann mit Investoren ein Ferienparadies par
excellence zu schaffen und das auf einen Schlag Sardinien
touristisch gesellschaftsfähig machte. Ein neuer architektonische
Stil wurde geschaffen, der sog. neosardische Stil; eine Synthese der
verschiedensten Bauformen rund ums Mittelmeer. Ein Exklusivparadies
für gehobene Ansprüche wurde in wenigen Jahren aus dem Boden
gestampft. Nach diesem Erfolg begann jedoch der "Ausverkauf" der
Küste. Überall in Sardinien wuchsen Ferienhaussiedlungen aus dem
Boden; dutzende Kopien der Costa Smeralda entstanden (> aus
Reisehandbuch Michael Müller Verlag). Die
Häuser sind schön anzuschauen; ein wirklich netter Baustil. Aber
alles riecht hier nach Geld. Nichts zum wohl fühlen. Anschauen ist
aber okay.

Wir reisen weiter die Küste Richtung
Westen. Bei Porto Torres, ein unattraktives Örtchen, biegen wir ab
ins Landesinnere und fahren gen Süden bis Alghero.
Vor Porto Torres liegt Castelsardo. In
der Mittagshitze steigen wir hinauf in den alten Ortskern mit seinem
Kastell. Hier kann man einheimischen Frauen beim Körbe flechten
zusehen. Sie verdienen damit ein Zubrot, denn in dieser Gegend
ist die Bevölkerung nicht besonders reich. Wir erstehen einen
Korb für 12,-€ und er besticht durch sein dickes, stabiles Geflecht.
Ein kleines blaues Muster macht ihn schlicht. Ein fairer Preis und
wir haben das Gefühl, der Armut entgegen gewirkt zu haben.
Castelsardo ... ein hoher Fels, an drei Seiten vom Meer
umspült, auf der windzersausten Spitze die altersgrauen Granitmauern
eines genuesischen Kastells, am Hang darunter, übereinander
gestaffelt, unverputzte und pastellfarbene Häuserfronten, an der
Westseite der schlanke Glockenturm mit farbenprächtigem Majolikadach
(>Reiseführer Michael Müller Verlag).
In Alghero wollen wir ein paar Tage
bleiben. Hier gibt es einiges anzuschauen. Aus unseren
Reisehandbüchern geht hervor, dass sich ein Campingplatz südlich der
Stadt befinden soll. Aber wir finden nichts, außer felsige
Küstenstraße, an der sich sicher kein Platz halten kann.
So müssen wir wieder zurück zum
nördlichen Ortsende. Hier soll es 3 Campingplätze geben.Der "la
Mariposa" liegt direkt am Ortsrand, quasi auf und um einer kleinen
Düne zwischen Pinien. Er gefällt uns gar nicht. Für Camper gibt es
nur Plätze am Rand, die schattenlos sind. Er liegt an einer
Durchgangstraße, auf der immer gut was los ist. Ansonsten wirkt er
nicht gerade einladend.
Die anderen beiden namens "Calik" und "Nurral"
sind im 3 km entfernten nichtsagendem Ort Fertilia liegen an einer
Lagune und sind somit stark Mückengeplagt. Das brauchen wir nicht.
Wir schauen nur mal kurz den "Nurral" an, der
ziemlich
abgefuckt wirkt und offenbar miserable Sanitarios hat.
Wir fahren dann noch etwa 13 km gen
Norden zum "Torre de Porticciolo", einer kleinen Bucht mit
einem CP, der im Reiseführer beschrieben ist. Unsere letzte Chance,
denn sonst gibt es keinen weiteren mehr in dieser Gegend.
Und es ist ein wirklich ansehnlicher
Platz, schattig unter Pinien. Und viel los ist auch nicht mehr. Aber
die lassen ihre schöne Lage und guten Standard (mit großem Pool)
auch für 30,- Euro die Nacht gut bezahlen. Die können sich sogar
noch Unfreundlichkeit leisten, mit dem Wissen, der einzige gute CP
der Gegend zu sein.
Leider konnten wir die Bucht nicht zum
schwimmen nutzen -wo wir doch so geschwitzt hatten heute-, denn das
Ufer ist voller scharfkantiger Steine. Und wir besitzen keine
Wasserlatschen. So beschränken wir uns auf den Pool.
Mit dem Roller fahren wir zum
Capo Caccia, einer laut
Reiseführer s ehenswerten
Steilküste, an deren Meeresgrund sich eine Grotte befindet, in die
man zu Fuß über 652 Stufen oder mit dem Schiff besichtigen kann. Wir
wählen die Stufen, denn ein bisschen Bewegung kann nicht schaden.
10,- Euro Eintritt kostet die Grotte.
Sie liegt in einem unterirdischen See und ist wirklich
beeindruckend. Der Preis ist aber trotzdem zu hoch. Man ist
gezwungen sich einer Führung auf italienisch und englisch anzupassen
und darf nicht den Anschluss verlieren. Man wird sozusagen mit der
Masse durchgeschleust und ständig über Lautsprecher vollgesülzt,
damit man auch große Gruppen abfertigen kann und alle alles
verstehen können. Es reicht also vollends, sich den Eingangsbereich
anzuschauen (siehe Foto), denn
schöner wird es nicht im Inneren.
Capo Caccia ... verwitterter, 168
m hoch aufragender Kalkklotz an der äußersten Spitze einer weit ins
Meer ragenden Halbinsel. Die berühmte Grotta die Nettuno lockt trotz
ihres stolzen Eintrttspreises täglich Hunderte von Besuchern an.
Besonders schön ist die Anfahrt zur Höhle. Die gut ausgebaute Straße
schraubt sich am Hang des Monte Timidone durch kahle Fels- und
Macchialandschften. Überwältigend sind die Rückblicke auf die Bucht
von Porto Conte und die schroffen Abstürze ins Meer.
Wer gut zu Fuß ist, sollte sich den Abstieg zur Höhle nicht nehmen
lassen. An der senkrecht abfallenden Felswand entlang geht es immer
tiefer bis kurz über die tosende Gischt. Wer schlecht zu Fuß ist,
kann an der Bucht Cala Dragunara mit einem Boot zur Grotte fahren.
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